Biografie Mutter Teresa

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Missionarin der Liebe

Als Papst Johannes Paul II. am 19. Oktober 2003, dem Weltmissions-Sonntag, Mutter Teresa von Kalkutta in Rom selig sprach, nannte er sie „eine der größten Missionarinnen des 20. Jahrhunderts“. Sie hat in Jesu Ruf am Kreuz „I thirst“ (Joh 19,28) einen „Ausdruck der tiefen Sehnsucht Gottes nach dem Menschen“ gehört, und stillte diese Sehnsucht – „I quench“, indem sie in die ganze Welt ging, den Ärmsten der Armen den Reichtum der Liebe Gottes zu schenken.

Familie und die Liebe zu Jesus

Anjezë Gonxhe Bojaxhiu wurde am 26. August 1910 in Skopje in Mazedonien als jüngste Tochter von drei Kindern geboren. Ihre Familie und die von den Jesuiten geleitete Pfarre waren Orte, an denen ihre persönliche Beziehung zu Gott reifte, ganz besonders in der für die Jesuiten übliche Form der Herz-Jesu-Verehrung: „Von Kindheit an war das Herz Jesu meine erste Liebe,“ sagte Mutter Teresa. Weil die Jesuiten der Pfarre in Westbengalen (Indien) eine Missionsstation hatten, kam sie früh mit der Mission in Berührung.

Über die Loreto-Sisters nach Indien

Mit achtzehn Jahren folgte sie ihrer Sehnsucht, „in die Welt zu ziehen und das Leben Christi den Menschen weiter zu geben“. Sie trat bei der Ordensgemeinschaft der Loreto-Sisters in Irland ein, um mit ihnen 1929 nach Kalkutta in Indien zu gelangen. Neben ihrer Aufgabe als Lehrerin an der St. Mary’s School besuchte sie in ihrer Freizeit sonntags die Menschen in den Slums. Als Ordensschwester hatte sie nicht mehr zu geben, als sich selbst, doch sie war sehr glücklich, zu sehen, welche Freude ein Besuch den Menschen in den Slums bereitete.

Der einfache Weg – Thérèse von Lisieux als Vorbild

Mit dem Ordenseintritt im Jahr 1928 hatte Mutter Teresa den Namen der Thérèse von Lisieux, der Patronin der Weltmission, angenommen. Mutter Teresa wurde ihr zum glühenden Vorbild in der Mission: Sie wusste sich so sehr von Gott geliebt, dass sie nicht anders konnte als – in einem Privatgelübde 1942 – ihn so sehr zu lieben, dass sie Jesus nichts verweigern wolle. Dies führte, wie bei der kleinen Thérèse, ganz besonders zur „Treue in den kleinen Dingen der Liebe“.

Berufung – den Ärmsten der Armen zu dienen

Auf der Zugreise zu den jährlichen Exerzitien nach Darjeeling (Indien) am 10. Dezember 1946 empfängt  sie „eine Berufung in der Berufung“. Jesus bittet sie: „Come, be my light“ und gehe zu den Armen, Kranken und Sterbenden. Gerade in den Menschen, die an unerträglicher Armut leiden, den Kranken und Sterbenden in den Slums, den Ausgestoßenen und Straßenkindern, erkennt sie den dürstenden Jesus („I thirst“) wieder. In die Dunkelheit ihrer Schmerzen und Ängste will sie Jesus bringen, sein „Licht“ sein. Mit der Erlaubnis des Papstes verlässt sie die Gemeinschaft der Loreto-Sisters und beginnt ihr Apostolat mitten unter den Armen in den Slums als eine von ihnen. „Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben“ (Mt 25,35).

Missionaries of Charity

Vier Jahre vergingen, ehe am 7. Oktober 1950 die Missionaries of Charity (MC) gegründet wurden. Die neue Gemeinschaft bestand aus Mutter Teresa und den ersten elf Schwestern. Heute sind die Missionaries of Charity eine weltweite Familie, bestehend aus über 750 Niederlassungen der aktiven und kontemplativen Schwestern und Brüdern, sowie den MC-Priestern. Weiters gehören zur Familie eine große Laienbewegung  und die Priester der Corpus-Christi-Bewegung. Für ihr weltweites Engagement wurde Mutter Teresa nicht zuletzt 1979 mit dem Friedensnobelpreis geehrt.

Zu lieben und geliebt zu werden.

„Es gibt viele Menschen auf der Welt, die nach einem Stück Brot hungern, aber noch mehr, die nach ein bisschen Liebe verlangen.“ Darin erkennt sie eine der größten ungestillten Nöte der Gegenwart und verweist darauf, dass „die größte Armut der Menschen ist, Christus nicht zu kennen“, weil er die Liebe Gottes ist. Der Sinn des Lebens besteht darin, „zu lieben und geliebt zu werden“. So ist sie den Christen ein glühendes Vorbild, unser Leben für Christus hingeben, dem wir in den Armen konkret begegnen.

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2018-06-21T11:07:50+00:00