Die Perle Afrikas

Das Land im Herzen des afrikanischen Kontinentes begegnet uns mit quirligen und aufregenden Städten, mit atemberaubenden Landschaften und einer wunderschönen Tierwelt.

In Uganda leben über 42 Millionen Menschen, davon sind ca. 85% Christen und ca. 10% Muslime. Abgesehen von der Haupt- und Millionenstadt Kampala ist Uganda eher von kleineren Städten und Siedlungen geprägt – die wenigsten erreichen 100.000 Einwohner. Das Land ist kulturell enorm vielschichtig und zählt über 40 Volksgruppen mit eigener Sprache, Ritualen und Bräuchen, traditionellen Künsten und Musik.

Die Ugander sind ein sehr junges Volk: Über 50% der Bevölkerung sind unter 15 Jahren alt. Im Durchschnitt hat jede Familie sieben Kinder.

Reich oder arm?

Uganda ist reich an natürlichen Rohstoffen. So verfügt das Land über beträchtliche Kupfer- und Kobalt-Lagerstätten und noch unerschlossene Erdöl- und Erdgasreserven. Auch die Bedingungen für die Landwirtschaft sind gut. Diese Ressourcen sind Ugandas größtes Potenzial. Mehr als 80 Prozent der Beschäftigten arbeiten in der Landwirtschaft. Damit ist sie die wichtigste Einkommensquelle, krankt jedoch an veralteten Produktionsverfahren und wird zudem durch fortschreitende Abholzung und den Klimawandel bedroht.

Trotz seiner Naturreichtümer zählt Uganda weiterhin zu den ärmsten Ländern der Welt: Im Human Development Index (HDI) des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) belegte das Land 2017 Platz 162 von 189 und gehört damit in die Kategorie „Länder mit niedrigem Entwicklungsstand“. Eine niedrige Wirtschaftswachstumsrate, ein hohes Bevölkerungswachstum und eine steigende Inflation verschärfen die Situation der 42 Millionen Uganderinnen und Ugander noch weiter. Hinzu kommt, dass Uganda, infolge des anhaltenden Konflikts in Südsudan, einen unaufhörlichen Zustrom von Flüchtlingen erlebt. Kein anderes afrikanisches Land weist einen höheren Anteil von Flüchtlingen an der Gesamtbevölkerung auf.

Land der Flüchtlinge

Uganda wurde immer wieder zur Zufluchtsstätte von Flüchtlingen. Während des Sezessionskriegs im Sudan suchten vor der Unabhängigkeit des Südsudans (2011) tausende Sudanesen im Norden von Uganda Zuflucht. Dazu kamen Ugandas Binnenflüchtlinge, die seit den 1990er Jahren durch die „Lord´s Resistance Army“ (LRA) im Land vertrieben wurden. 2006 lebten 1,7 Millionen Binnenflüchtlinge in 200 Flüchtlingscamps. Seit dem Ausbruch des Bürgerkrieges im Südsudan (2013) kommt es zu einer erneuten Flüchtlingswelle: 1,3 Millionen Südsudanesen sind bereits im Land, davon leben mehr als 700.000 Flüchtlinge in 19 Camps im Norden von Uganda.

Glaube und Religion

Vor etwa 150 Jahren brachten die Comboni-Missionare den christlichen Glauben in den Südsudan wie auch in den Norden von Uganda, wo sie zahlreiche Kirchen bauten und katholische Schulen gründeten. Das Christentum breitete sich rasch im ganzen Land aus. Heute bildet die katholische Kirche (39 Prozent) gemeinsam mit den Anglikanern (32 Prozent) eine religiöse Mehrheit in Uganda. Seit einigen Jahren nimmt auch der Einfluss evangelikaler Gruppen zu. Auch der Islam wächst in Uganda. Mittlerweile sind 14 Prozent der Bevölkerung Muslime, wobei ein Großteil von ihnen im Nordwesten des Landes lebt, wo sich auch die meisten Flüchtlingscamps befinden.

Die Märtyrer von Uganda

Nach einem anfänglich freundlichen Empfang und dem ersten Erfolg der Missionsarbeit in 1879, setzte in den politischen Wirren der folgenden Jahren eine Christenverfolgung ein, in der Charles Lwanga und 21 seiner katholischen Gefährten ermordet wurden. Sie waren vom damaligen König Mwanga 1886 zum Tode verurteilt worden. Die jungen Christen hatten sich geweigert, ihrem Glauben abzuschwören. Unter den Märtyrern waren Katholiken und auch Anglikaner. Sie wurden bei lebendigem Leibe auf dem Hügel von Namugongo verbrannt. Heute steht dort eine Kathedrale, die von Afrikamissionaren betreut wird.

1964 waren die Märtyrer von Papst Paul VI. heilig gesprochen worden. Die Märtyrer „hatten keine Furcht, Christus zu den anderen zu bringen, nicht einmal um den Preis ihres Lebens“, sagte Papst Franziskus bei seinem Besuch in Uganda im November 2015.

DER JÜNGSTE AFRIKANISCHE MÄRTYRER

Der Heilige Kizito ist der jüngste aller katholischen Märtyrer in Afrika. Er wurde 1872 in Waluleeta im Königreich Buganda, dem heutigen Uganda, geboren. In jungen Jahren wurde er in den Dienst von König Mwanga II. gerufen. Er diente als Page in den privaten Räumen des Königs und wurde von allen wegen seiner Klugheit, Sportlichkeit, Musikalität, Fröhlichkeit und seines guten Charakters geschätzt. Er wurde von König Mwanga mehrfach sexuell belästigt. Sein Gefährte Charles Lwanga, der ebenfalls am Hof des Königs als Page diente und ein halbes Jahr zuvor zum Christentum konvertiert war, half ihm, den Belästigungen des Königs standzuhalten. Kizito bat den
Afrikamissionar Pater Lourdel um die Taufe, da er Angst hatte, sterben zu müssen ohne getauft worden zu sein. Der Priester wies ihn jedoch zurück, da er ihn noch für zu jung hielt. Als 1886 die Christenverfolgung im Land ausbrach, wurde der Junge in der Nacht vor seiner Verhaftung von Charles Lwanga auf den Namen Johannes Paul getauft. Er wurde gefangen genommen und am 3. Juni 1886 im Alter von 14 Jahren mit den anderen Christen auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Neubeginn für Familien von Kindersoldaten

Uganda Kindersoldaten

Als Kindersoldat wurde ich dazu gezwungen, Menschen zu töten. Mich quält meine Vergangenheit und ich weiß, was es heißt, keine Hoffnung zu haben und vor dem Nichts zu stehen.

Henry Muhindo, 12 Jahre Kindersoldat

20 Jahre lang (1987 – 2007) wütete im Norden Ugandas ein brutaler Bürgerkrieg. Seine Auswirkungen vergiften bis heute das Leben zehntausender Kinder und Jugendlicher, die als Kindersoldaten missbraucht wurden. Bis heute leiden die Menschen unter den Gräueltaten der Rebellen. Die Familien der Kindersoldaten brauchen das Notwendigste zum Leben. Kinder sollen zur Schule gehen können und eine Ausbildung machen.

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