Was ist ein Ablass?

In den ersten acht Tagen des Monats November schenkt uns die Kirche etwas Kostbares: die Möglichkeit, einen vollkommenen Ablass zu erlangen – besonders für die Verstorbenen.

Ein Ablass bedeutet, dass Gott uns die zeitlichen Folgen der Sünde erlässt, also jene innere Unordnung, die auch nach der Vergebung in der Beichte bleiben kann. Der vollkommene Ablass löscht diese Schuld restlos – ein Gnadenstrom, der in die Ewigkeit hineinreicht.

Gerade in den Tagen um Allerseelen (2. November) dürfen wir ihn für die Seelen im Fegefeuer erbitten – als Ausdruck unserer Liebe und Verbundenheit über den Tod hinaus. Die Kirche ruft uns dazu auf, zwischen dem 1. und 8. November einen Friedhof zu besuchen und dort für die Verstorbenen zu beten.

 Bedingungen für den vollkommenen Ablass:

  1. Beichte (einige Tage vorher oder nachher)

  2. Empfang der heiligen Kommunion

  3. Gebet in der Meinung des Heiligen Vaters (z. B. Vaterunser, Ave Maria)

  4. Freiheit von jeder Anhänglichkeit an die Sünde – auch an lässliche

  5. Ein Werk der Barmherzigkeit oder Frömmigkeit, etwa:

    • Friedhofsbesuch mit Gebet für die Verstorbenen (1.–8. November)

    • Besuch einer Kirche am Allerseelentag und Gebet des Vaterunsers und Glaubensbekenntnisses

Warum Ablass wichtig ist:

Der Ablass ist kein „Tauschgeschäft“, sondern eine Geste der Liebe:
Wir nehmen Anteil an der überströmenden Barmherzigkeit Christi und lassen sie weiterfließen – zu jenen, die sich nicht mehr selbst helfen können.

Vielleicht kannst du in diesen Tagen sagen:

„Ich schenke meinen Ablass jemandem, den niemand mehr beim Namen nennt.“

So wird der November zu einem Monat der liebenden Erinnerung und der stillen Hoffnung:
Gott vergisst keinen. Und wir dürfen mithelfen, dass Seelen heimkehren in sein ewiges Reich!