Wenn ein Papst stirbt oder aus schwerwiegenden Gründen vom Amt zurücktritt, beginnt in der Kirche eine außergewöhnliche Zeit: die Sedisvakanz – der Stuhl Petri ist unbesetzt. In dieser Phase trägt das Kardinalskollegium die Verantwortung, die Kirche in Einheit zu bewahren und innerhalb weniger Wochen einen neuen Papst zu wählen. Dieses Verfahren nennt man Konklave.

Doch was genau ist das Konklave – und warum ist es so wichtig, dafür zu beten?

Zamknięte drzwi | Niedziela.plDer Ursprung des Wortes

Das Wort Konklave stammt vom lateinischen cum clave, also „mit dem Schlüssel“. Es beschreibt die Praxis, dass die Kardinäle während der Papstwahl eingeschlossen werden – ganz bewusst. Seit dem späten Mittelalter (seit 1274, festgelegt durch Papst Gregor X. beim Zweiten Konzil von Lyon) gilt: Die Kardinäle dürfen das Konklave erst verlassen, wenn sie sich auf einen neuen Papst geeinigt haben.

Diese Regelung entstand aus der Erfahrung, dass frühere Papstwahlen oft über Monate oder Jahre hinweg durch politische Intrigen und äußeren Druck blockiert wurden. Der Einschluss sollte die Wähler frei machen von äußeren Einflüssen – und ihr Herz öffnen für die Stimme des Heiligen Geistes.

Wer wählt den Papst?

Zur Wahl zugelassen sind alle Kardinäle unter 80 Jahren – derzeit 135 Männer aus aller Welt. Sie treten im Vatikan zusammen, genauer: in der Sixtinischen Kapelle, unter strengem Ausschluss der Öffentlichkeit. Der Ablauf ist genau geregelt: Vor jeder Wahl wird gebetet, dann wird schriftlich abgestimmt, und anschließend wird das Ergebnis verkündet – allerdings nur den Kardinälen.

Wenn kein Kandidat die notwendige Zweidrittelmehrheit erreicht, wird weiter gewählt. Zwischen den Wahlgängen wird regelmäßig gemeinsam um gute Unterscheidung der Geister gebetet.

Das geistliche Geschehen

Das Konklave ist keine politische Wahl, kein Machtkampf, kein Wettbewerb um Beliebtheit. Es ist in seinem innersten Wesen ein geistlicher Prozess des Hörens auf Gott. Die Kardinäle stehen vor der Aufgabe, denjenigen zu erkennen, den Gott erwählt hat, um als Nachfolger des heiligen Petrus die Weltkirche zu führen.

Gerade deshalb ist das Konklave kein Ereignis, das die Gläubigen nur beobachten sollen – es ist ein heiliger Moment, in den wir alle durch unser Gebet eintreten können und sollen. Der Heilige Geist spricht nicht nur zu den Kardinälen – er wirkt durch das gläubige Volk Gottes, das bittet, fastet, hofft.

Warum unser Gebet zählt

Je stiller die Sixtinische Kapelle, desto lauter darf unser Gebet sein. Als betende Kirche sind wir mitverantwortlich, dass Gottes Wille geschieht. Wenn wir in diesen Tagen die Gaben des Heiligen Geistes auf die Kardinäle herabflehen – Weisheit, Einsicht, Rat, Stärke, Erkenntnis, Gottesfurcht und Frömmigkeit – dann wirken wir geistlich mit an der Wahl eines guten Hirten.

Denn wir glauben: Die Kirche gehört Christus, und Er verlässt sie nie. Doch Er will unsere Mitwirkung – auch durch unser Fürbittgebet.

16 października 1978 r. wybrano Jana Pawła II - 16 października 2020 | Pielgrzym PelplinWas passiert nach der Wahl?

Ist ein Kandidat gewählt und nimmt er die Wahl an, so wird er unmittelbar Papst – in diesem Moment beginnt sein Pontifikat. Wenig später wird der berühmte weiße Rauch über dem Vatikan aufsteigen, und der Ruf erklingt: „Habemus Papam!“ – Wir haben einen Papst!

Dann beginnt ein neuer Abschnitt für die Weltkirche – und wir dürfen beten, dass er vom Heiligen Geist geführt und vom Gebet des Volkes Gottes getragen ist.


Lass uns beten, dass der neue Papst ein Hirte nach dem Herzen Jesu wird – treu, mutig und heilig.
Komm, Heiliger Geist!