Ein uraltes Fest, das mitten in den Alltag hinein Hoffnung und Neuanfang bringt.
Doch woher kommt dieser Feiertag eigentlich – und warum ist er so wichtig in der Kirche?
Lies hier und entdecke die Geschichte & Bedeutung von Marias Geburtstag.
1. Wo alles begann
Das Fest der Geburt Mariens (Nativitas Mariae) gehört zu den ältesten Festen der Kirche, auch wenn es in der Bibel selbst keine Erzählung über Mariens Geburt gibt. Die erste Quelle, die darüber berichtet, ist das sogenannte Protoevangelium des Jakobus aus dem 2. Jahrhundert. Dort wird geschildert, wie die betagten Eltern Joachim und Anna nach langem Gebet eine Tochter bekommen – Maria.
In Jerusalem entstand im 5. Jahrhundert über dem Ort, an dem man das Haus Joachims und Annas vermutete, eine Kirche. Und dort begann man, am 8. September ein Fest zur Geburt Mariens zu feiern.
2. Vom Osten in den Westen
Zuerst war es ein Fest der Ostkirche. Unter Kaiser Maurikios (582–602) wurde es in Konstantinopel offiziell in den Festkalender aufgenommen. Von dort breitete es sich in die ganze byzantinische Welt aus.
Nach Rom kam das Fest im 7. Jahrhundert. Papst Sergius I. (687–701) führte es ein und ordnete feierliche Prozessionen an. Bald darauf war das Fest in ganz Westeuropa bekannt – von Spanien bis England.
3. Mittelalter und Volksfrömmigkeit
Im Mittelalter bekam Mariä Geburt eine starke symbolische Bedeutung: Ihre Geburt wurde als Morgenröte des Heils verstanden. Neun Monate nach dem Fest der „Unbefleckten Empfängnis“ (8. Dezember) und kurz vor dem Beginn des neuen landwirtschaftlichen Jahres wurde Mariä Geburt gerne auch als „geistlicher Neuanfang“ gesehen.
Kein Wunder, dass es auch viele Volksbräuche rund um diesen Tag gab:
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In vielen Gegenden begann mit Mariä Geburt die Herbstsaat.
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Bauernregeln sagten: „Mariä Geburt – das Wetter sich wenden tut.“
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Kräuter und Früchte wurden gesegnet, um die Erntezeit unter den Schutz Mariens zu stellen.
Zahlreiche Kirchen wurden diesem Fest geweiht. Im deutschsprachigen Raum finden sich viele „Maria Geburt“-Kirchen, etwa in Mariazell.
4. Heute in der Kirche
Heute ist Mariä Geburt ein Fest der katholischen Kirche (Feststufe: „Fest“, liturgische Farbe Weiß). Auch die orthodoxen Kirchen feiern es feierlich, dort markiert es sogar den Beginn des neuen Kirchenjahres.
Damit zählt es zu den vier großen „Lebensfesten Mariens“ im Kirchenjahr:
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Unbefleckte Empfängnis (8. Dezember)
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Geburt Mariens (8. September)
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Verkündigung (25. März)
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Aufnahme in den Himmel (15. August)
5. Was nehmen Sie in Ihren Alltag mit?
Warum feiert die Kirche eigentlich einen Geburtstag?
Bei Maria geht es nicht um eine historische Erinnerung allein, sondern um ein Zeichen der Hoffnung: Mit ihr beginnt etwas Neues. Ihre Geburt ist wie das erste Morgenlicht, das den kommenden Tag ankündigt.
Gott beginnt mit Maria das große Heilsgeschehen, das in Jesus Christus seinen Höhepunkt erreicht.
So kann das Fest auch für uns ein Einladungstag sein: Gott will auch in unserem Leben immer wieder Neues anfangen – manchmal ganz leise, unscheinbar, wie bei der Geburt Mariens.
Vielleicht können wir uns an diesem Tag fragen:
👉 Wo möchte Gott in meinem Leben etwas Neues beginnen?
👉 Was kann ich Maria „schenken“ – ein Gebet, eine kleine Tat der Liebe, ein stilles „Ja“ zu Gott?
So wird das Fest Mariä Geburt nicht nur zu einem Blick in die Vergangenheit, sondern zu einer echten Ermutigung für die Gegenwart.