Schwester Aruna George setzt sich seit 38 Jahren für Dalit-Mädchen im Süden Indiens ein. Sie gibt ihr Leben für jene, die keinen Zugang zu Bildung haben, die ausgegrenzt oder missbraucht werden. Jetzt erzählt sie in der allewelt, was sie antreibt und was ihr Kraft gibt:
„Ich habe das Gefühl, dass Gott mich für meine Aufgabe wirklich ausgesucht hat. Ich fühle, dass sein Geist auf mir ruht. Das tut er seit meiner Taufe, aber noch viel mehr, seit ich seinem Ruf gefolgt und Schwester vom Guten Hirten geworden bin. Deshalb kann ich seit 38 Jahren für die ärmsten Dalit-Mädchen arbeiten.
Mein Lieblingsbibelvers ist: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ Dieser Vers ist mein Lebenstraum, meine Sehnsucht und größte Hoffnung. Dafür bete und lebe ich – dass alle Menschen dieses Leben in Fülle erfahren, dass Jesus uns schenken will.
Meinen Tag beginne ich mit Gebet um halb sechs. Wenn ich um neun im Büro sitze, kann ich Mails lesen und Briefe beantworten, mich um Administratives kümmern und schauen, was die Schwestern brauchen. Da ich die Superiorin unserer Gemeinschaft hier bin, gehe ich zu vielen Veranstaltungen und Festen unserer Schulen. Ich besuche auch regelmäßig unsere Einrichtung, das offene Schutzzentrum für Mädchen, und bin bei Angeboten für die Menschen aus den Slums dabei.
In meinem Alltag begegnen mir viele Herausforderungen, aber ich glaube, dass es für jedes Problem eine Lösung gibt und Jesus immer da ist, um mir zu helfen. Was mir unglaublich viel Freude macht, ist zu sehen, wie die Mädchen erwachsen werden. Wie sie selbst Familien gründen. Zu erleben, dass ihre Kinder heute so wild sind, wie sie es früher einmal waren. Das sind für mich unvergessliche Erlebnisse, das größte Glück. Das hilft mir auch durchzuhalten, wenn es schwierig wird. Wenn Mädchen weglaufen, zum Beispiel. Da spüren wir immer besonders Gottes Hilfe, wenn sie dann wohlbehalten zurückgebracht werden. „




