100 Jahre Weltmissions-Sonntag: Missio bereitet sich vor

Die größte Solidaritätsaktion der Welt feiert ihr 100. Jubiläum

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Die weltweit größte Solidaritätsaktion begeht im heurigen Oktober das 100-jährige Jubiläum. Seit einem Jahrhundert ruft die katholische Kirche im Monat der Weltmission die Gläubigen auf, für die ärmsten Diözesen zu spenden und zu beten. Missio Österreich befindet sich mitten in den Vorbereitungen für den Weltmissions-Sonntag am 18. Oktober und stellt in diesem Jahr Äthiopien und die Hilfsprojekte in der Kriegsregion Tigray in den Fokus.

Im Auftrag des Papstes sammelt die Weltkirche am 18. Oktober bereits zum 100. Mal für die ärmsten Menschen in den Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerika. Im Jahr 1926 rief Papst Pius XI. zum ersten Mal die Gläubigen weltweit auf, für die Mission zu beten und zu spenden. 1,4 Milliarden Katholikinnen und Katholiken sind heute aufgerufen, ihren solidarischen Beitrag für die wachsende Weltkirche durch Gebet und Spende zu leisten. Das heurige Missio-Schwerpunktland zum Weltmissions-Sonntag ist Äthiopien. Besonders die Kriegs- und Krisenregion Tigray steht in diesem Jahr im Zentrum der Weltmissions-Sammlung.

Keine Hilfe für Kranke

Missio Österreich macht heuer auf die Notversorgung für traumatisierte Frauen in Tigray aufmerksam. Nach den Schrecken des Krieges sollen die betroffenen Frauen durch Ausbildungsprogramme schrittweise in ein selbstständiges Leben begleitet werden. Ebenso im Zentrum der Hilfe stehen Lehrausbildungen für Jugendliche. Die kirchlichen Hilfsprojektpartner bieten den jungen Menschen Ausbildungsplätze in Schneidereien, Elektrik- und Schweißerei-Betrieben an. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen bekommen dadurch die Möglichkeit, eigenes Geld zu verdienen.

Lesen Sie die allewelt-Reportage „Der Taifun aus Tigray“ über Father Luan aus Äthiopien, der sich in der Kriegsregion für die Ärmsten der Armen einsetzt.

Langwierige Krise

Der bewaffnete Konflikt in der äthiopischen Region Tigray begann im November 2020, als Spannungen zwischen der äthiopischen Bundesregierung und der Regionalregierung von Tigray, dominiert von der Tigray People’s Liberation Front (TPLF), in offene Kämpfe eskalierten. In den Krieg griffen auch Truppen aus Eritrea sowie regionale Milizen aus Amhara ein. Der Krieg entwickelte sich rasch zu einem der verheerendsten Konflikte weltweit der letzten Jahre. Es kam zu massiven Menschenrechtsverletzungen: gezielte Angriffe auf die Zivilbevölkerung, Massaker, systematische sexuelle Gewalt, Vertreibungen sowie die Zerstörung von Gesundheits- und Versorgungsinfrastruktur. Hinzu kam eine weitreichende Blockade humanitärer Hilfe, die Hunger und Krankheiten massiv verschärfte. Internationale Beobachter gehen davon aus, dass zwischen 350.000 und 600.000 durch die bewaffneten, gewaltsamen Konflikte gestorben sind. Genau Zahlen gibt es offiziell nicht. Missio Österreich möchte in diesem Jahr besonders mit den kirchlichen Projektpartnern vor Ort in Tigray auf die massiven menschenrechtsverletzenden Geschehnisse aufmerksam machen und aufzeigen, dass durch konkrete Hilfe, Hoffnung für die leidende Bevölkerung möglich ist.

100 Jahre gelebte Solidarität

Nach den Schrecken des ersten Weltkrieges reagierte die Kirche vor über 100 Jahren auf den massiven Glaubwürdigkeitsverlust christlich geprägter Nationen und die Instrumentalisierung des Missionsbegriffs durch nationale Interessen. In dieser Zeit entstanden mehrere päpstliche Schreiben, die die Mission von den nationalen, kolonialistischen Interessen abkoppeln. Über die Jahre entwickelte sich der Weltmissions-Sonntag zur größten Solidaritätsaktion der Welt. Von Anfang an ist das Ziel des Weltmissions-Monats, Menschen auf humanitäre Not aufmerksam zu machen und gleichzeitig aufzuzeigen, dass gelebter Glaube Hoffnung schenken kann und Veränderung durch Gebet und Spende möglich ist.

100 Jahr Weltmissions-Sonntag: Wie Pfarren mitmachen können

Die Vorbereitungen und Publikationen rund um den Weltmissions-Monat laufen in Österreich an. Auch heuer werden die Päpstlichen Missionswerke in Österreich Infomaterialien für Pfarren und Schulen österreichweit zur Verfügung stellen.

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