Missio-Projektpartner im Libanon berichten von schweren Raketenangriffen und rufen die Päpstlichen Missionswerke zum Gebet für den Frieden auf. Aufgrund gestrichener Flüge und eines Noteinsatzes in einem Flüchtlingslager musste Missio-Projektpartnerin Schwester Annie Demerjian einen seit Langem geplanten Besuch in der Missio-Nationaldirektion in Wien kurzfristig absagen. Von Missio Österreich geförderte Bildungseinrichtungen wurden aus Sicherheitsgründen vorübergehend geschlossen.
Father Daniel Corrou, Leiter des „Jesuit Refugee Service“ und Missio-Projektpartner im Libanon, berichtet gegenüber den Päpstlichen Missionswerken von Raketenangriffen auf Beirut und den Südlibanon. Gemeinsam mit seinem Team nimmt er flüchtende Menschen in der Jesuitenkirche im Stadtzentrum auf.
„Trotz unserer Hoffnungen erwarten wir alle, dass es sich um einen langwierigen Konflikt handeln wird – möglicherweise mehrere Wochen oder Monate“, sagt Father Daniel Corrou.
Missio Österreich unterstützt seit Jahren das Bildungsprogramm des „Jesuit Refugee Service“ im Libanon. Dessen Standorte mussten aufgrund der Angriffe kurzfristig geschlossen werden. „Wir setzten aber die psychosoziale Unterstützung für die besonders Schutzbedürftigen in unseren regulären Programmen fort“, bestätigt Father Daniel Corrou und schildert die Folgen der seit Jahren andauernden Konflikte: „Wir sind uns auch der vielfachen Traumata bewusst, die die Menschen im Libanon in den vergangenen Jahren erlebt haben. Viele haben heute geteilt, dass ihre Erschöpfung zu schwer wiegt. Keiner von uns kann das allein bewältigen“, so Father Daniel. Er und sein Team rechnen damit, dass in den kommenden Tagen Hunderttausende Menschen innerhalb des Landes fliehen werden. Das „Jesuit Refugee Service“ ist auch in Syrien und im Irak tätig.

Missio-Projektpartnerin sagt Wien-Besuch ab
Schwester Annie Demerjian engagiert sich mit ihrer Gemeinschaft seit Jahren für Menschen, die durch Krieg, Flucht, Gewalt und Naturkatastrophen traumatisiert wurden. Auch jetzt ist die Ordensfrau im Einsatz. „Zwar haben sich die Menschen hier im Libanon nach den letzten Jahren des Krieges an die allgegenwärtigen Angriffe gewöhnt, aber es ist schwer, erneut die vielen verzweifelten Menschen und Kinder auf den Straßen zu sehen, die wieder ihr Zuhause aufgeben mussten und jetzt auf der Flucht sind. Wir hoffen, dass sich die Situation nicht weiter verschlimmert und sie bald wieder nach Hause zurückkehren können“, sagt Schwester Annie Demerjian.
Ein für diese Woche geplanter Besuch von Schwester Annie Demerjian in Wien zum Projektaustausch sowie zu Begegnungen mit politischen Vertreterinnen und Vertretern und österreichischen Jugendlichen in Österreich musste kurzfristig abgesagt werden. Gestrichene Flüge und der akute Noteinsatz für geflüchtete Menschen machten die Reise unmöglich.




