Alles, was Sie über das Vaterunser wissen müssen

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Das Vaterunser ist das zentrale Gebet der Christenheit. Es ist das einzige Gebet, das Jesus selbst seinen Jüngern gelehrt hat (Mt 6,9–13; Lk 11,2–4). Darum wird es auch „das Gebet des Herrn“ genannt. Wenn Christen aller Zeiten und Kulturen dieses Gebet sprechen, beten sie mit den Worten Jesu und das verbindet uns auf besondere Weise mit ihm.

Das Gebet beginnt mit Vertrauen: „Vater unser im Himmel.“ Damit sagen wir, dass Gott nicht fern und unnahbar ist, sondern wie ein Vater, der uns kennt, liebt und trägt. Dann folgen sieben Bitten:

  • Geheiligt werde dein Name – Diese Bitte nimmt im Vaterunser den ersten Platz ein, denn die erste und wichtigste Pflicht eines Christen besteht darin, seinen Gott mit ganzem Herzen und ganzer Seele zu lieben (Dtn 6, 5/Lk 10, 27)

  • Dein Reich komme – Das Kommen des Reiches Gottes ist ein göttliches Geschenk, für das man beten muss, und keine menschliche Errungenschaft. Indem ein Christ das Vaterunser betet, beschleunigt er das Zweite Kommen.

  • Dein Wille geschehe – Mit dieser Bitte macht das Vaterunser deutlich, dass der Wille Gottes nicht immer und überall geschieht. Dein Wille geschehe“ ist Gottes Einladung, gemeinsam mit ihm die Dinge hier unten so zu gestalten, wie sie dort oben sind.

  • Unser tägliches Brot gib uns heute – Diese Bitte lehrt uns, in einem Geist demütiger Abhängigkeit zu Gott zu kommen und ihn zu bitten, uns mit dem zu versorgen, was wir brauchen, und uns Tag für Tag zu unterstützen

  • Vergib uns unsere Schuld – Es geht nicht so sehr darum, dass Vergebung eine Voraussetzung dafür ist, vergeben zu werden, sondern dass Vergebung kein einseitiger Prozess sein kann. Wie alle Gaben Gottes bringt es Verantwortung mit sich; es muss weitergegeben werden.

  • Führe uns nicht in Versuchung – Versuchung ist typisch in einer Situation des freien Willens, aber diese Bitte macht uns bewusst, dass Gott uns immer Kraft geben wird, damit wir, angesichts der Versuchung, die Verführungen des Feindes überwinden können.

  • Erlöse uns von dem Bösen – In der letzten Bitte des Vaterunsers geht es um die Erlösung und um das, was unser Leben nicht zur Erfüllung und Vollendung kommen lässt. Positiv gewendet heißt diese Bitte: Führe uns zum Leben!

So führt das Gebet Schritt für Schritt durch das ganze Leben: Gott loben, Hoffnung auf sein Reich, Vertrauen im Alltag, Vergebung und Schutz.

Das Vaterunser fasst das ganze Evangelium in wenigen Sätzen zusammen. Es ist ein Gebet des Vertrauens: Gott ist ein liebender Vater. Es ist ein Gebet der Hoffnung: Sein Reich soll Wirklichkeit werden. Und es ist ein Gebet der Umkehr: Wir brauchen Vergebung und wollen selbst versöhnlich leben.

Das Vaterunser ist das verbindendste Gebet der Christen. Es wird in jeder Messe gebetet, beim Stundengebet, im Rosenkranz und in vielen persönlichen Gebeten. Auch in anderen christlichen Konfessionen gehört es zur Liturgie. Gerade dadurch zeigt es: Trotz aller Unterschiede haben Christen ein gemeinsames Grundgebet.

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