Projekt Beschreibung

KINDERARBEIT IN INOFFIZIELLEN MINEN

Wie viele Kinder genau in den schätzungsweise über 700 selbst gegrabenen Goldminen Burkina Fasos arbeiten, weiß niemand. In den Minen, die nicht vom Staat kontrolliert werden, werden etwa 9,5 Tonnen Gold pro Jahr geschürft und über Nachbarländer wie Togo außer Landes gebracht. „Manchmal scheucht die Polizei die Kinder aus den Minen, aber die kommen natürlich wieder“, so Pater Charlemagne Sawadogo aus der Diözese Ouhigouya. „Wenn sie und ihre Eltern nichts zu essen haben, dann müssen die Kinder in den Minen arbeiten.“ Die Polizei weiß, dass sie den Familien keine Alternative zu der gefährlichen Arbeit in den Minen anbieten kann. Deshalb drücke sie meist beide Augen zu, so der Seelsorger.

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Begrabene Kindheit

Um zu überleben, müssen viele Kinder in Burkina Faso in den unterirdischen Tunneln der Minen arbeiten. Dabei riskieren sie alles. Nur eine gute Schulbildung kann ihr Leben langfristig verbessern.

Auf Knien und mit gebeugtem Rücken bricht Moussa mit einer Hacke große Gesteinsbrocken aus der Wand. Hunderte Tonnen Erde lasten über dem Kopf des Buben. Er darf nicht daran denken. Erst vor wenigen Jahren starben zwei seiner Kollegen unter den Erdmassen, als einer der Tunnel plötzlich einstürzte. Geändert hat ihr Tod nichts. Tag für Tag klettert der elfjährige Bub barfuß den 15 Meter tiefen Schacht hinunter, um nach wertvollen Metallen zu graben. „Ich will nicht stehlen, deshalb arbeite ich lieber hier“, sagt er nüchtern. Drei Euro verdient Moussa an einem guten Tag. An schlechten Tagen geht er leer aus, dann macht Moussa sich große Sorgen: Ohne das Geld, das er in der Mine verdient, bleiben seine elf Geschwister und er hungrig. Wie Moussa müssen tausende Kinder in den vielen inoffziellen Minen von Burkina Faso schuften. Für einen Hungerlohn riskieren sie ihr Leben und schädigen ihre Gesundheit.

Von den Minen in die Schule

„Kinder sollten nicht in den Minen arbeiten. Man wird oft krank oder bekommt kranke Hände“, erzählt die 17-jährige Salmata von ihrer Arbeit in der Mine. Obwohl es verboten ist, wird beim Waschen der Metalle hochgiftiges Quecksilber eingesetzt. Die Dämpfe schädigen das Nervensystem der Kinder und führen langfristig zu Lähmungen, Psychosen und schließlich zum Tod. Salmata ist der Mine entkommen. Seit kurzem kann sie wieder zur Schule gehen. „Die Familien können sich oft keine Schultaschen, Hefte oder auch nur passende Kleidung für die Schule leisten. Ich versuche Menschen zu finden, die die Kinder unterstützen“, sagt Pater Charlemagne aus der Diözese Ouhigouya. In langen Gesprächen überzeugt er Eltern, in die Zukunft zu investieren, auch wenn diese für die Menschen, die von der Hand in den Mund leben, oft kaum vorstellbar ist.

63 Mädchen und Buben der Gegend sind mit der Unterstützung der Kirche der gefährlichen Arbeit in den Goldminen entkommen. In der Diözese Kaya werden die jungen Kinder in die Schule eingegliedert und die älteren in einem Ausbildungszentrum zu Tischlern, Schneiderinnen, Webern oder Malerinnen ausgebildet. So können sie in ein besseres Leben starten – ein Leben, das nicht von ein paar Körnchen Gold in der staubigen Erde abhängen soll.

„Wenn die Familien nichts zu essen haben, dann müssen die Kinder in den Minen arbeitet und können nicht zur Schule gehen. Aber nur durch eine gute Bildung wird sich ihr Leben langfristig verbessern.“

Pater Charlemagne Sawadogo

„In der Mine musste ich sehr hart arbeiten. Ich war oft krank und wusste nie, ob ich Geld bekomme. Die Schule ist wichtig, weil ich als Erwachsener zum Beispiel Lehrer oder Krankenpfleger werden kann.“

Zaïni, ehemaliger Minenarbeiter, 17 Jahre alt

„Kein Kind sollte gezwungen sein, unter Lebensgefahr für seine Familie sorgen zu müssen! Mit eurer Teilnahme an der diesjährigen Jugendaktion unterstützt ihr die Kinder in Burkina Faso, einen Ausweg aus der Armut zu finden. Statt in den Minen ihr Leben zu riskieren, können sie endlich wieder in die Schule gehen.“

Pater Karl Wallner, Nationaldirektor von Missio Österreich