In der 2000-jährigen Geschichte der Kirche hat es noch nie eine solche Situation gegeben wie jetzt durch die Corona-Pandemie: Die meisten Gläubigen können nicht physisch an der Feier einer Heiligen Messe teilnehmen! Diese Not müssen wir meistern und können aus ihr vielleicht sogar eine Tugend machen. Wir leben ja im 21. Jahrhundert, wo uns Medien zur Verfügung stehen, die es in den vergangenen 2000 Jahren noch nicht gegeben hat! Fernsehen oder Livestream bieten sich an, um neue Formen der Mitfeier des Gottesdienstes zu entwickeln.

Wir Katholiken haben hier Nachholbedarf! Dabei ist klar, dass es sich um „Notfallmaßnahmen“ außerordentlicher Art handelt, denn unser Herr Jesus Christus hat uns die Sakramente in Form von äußeren sinnlichen Zeichen geschenkt. Dazu gehört wesentlich, dass wir zusammenkommen und von Christus real als seine Kirche aufgebaut werden. Das Mitfeiern der Messe nur vor dem Bildschirm kann daher niemals die physische Präsenz bei einer Messe ersetzen! Dieses Defizit muss uns bei jeder noch so aufbauenden Mitfeier via Medien bewusst bleiben. Die mediale Übertragung von Messen muss daher auch immer das Ziel haben, die Sehnsucht nach einer realen Mitfeier zu erwecken, sobald sie wieder möglich ist.

Zwang zur Vergeistlichung

Die faktische Situation zwingt uns zu einer „Vergeistlichung“. Und das könnte für uns als Kirche sogar heilsam werden, denn wir müssen uns vom Äußeren in das Innere, von der Oberfläche in die Tiefe bewegen. Das eigentliche Ziel aller Sakramente, und ganz besonders der Heiligen Messe, liegt darin, eine innere Beziehung („communio“) zu Jesus Christus zu bewirken und zu stärken.

Jede persönliche Beziehung braucht natürlich Ausdrucksformen, sie ist aber im Kern etwas Geistiges und damit Unsichtbares. Jetzt ist uns die äußere Form der Teilnahme genommen, doch die innere, geistige Dimension bleibt bestehen. Wo die Pandemie uns in die Distanz und Isolation zwingt, müssen wir uns umso mehr um eine geistige Nähe und Gemeinschaft bemühen.

Wir sind bei der Messe nie allein

Theologisch gesehen sind wir bei einer Messe nie allein. Die Feier dieses Sakramentes versammelt uns im Handeln des dreifaltigen Gottes und im Lobpreis „mit allen Engeln und Heiligen“, wie es vor jedem Eucharistischen Hochgebet heißt. Diese unsichtbare Dimension kirchlicher Gemeinschaft („communio“) heißt es jetzt zu entdecken, weil wir der sichtbaren beraubt sind. Daher schrieb die Apostolische Pönitentiarie am 20. März 2020: „Wie nie zuvor erlebt in dieser Zeit die Kirche die Kraft der Gemeinschaft der Heiligen und lässt zu ihrem gekreuzigten und auferstandenen Herrn Gelübde und Gebete aufsteigen, insbesondere das Opfer der heiligen Messe, das von den Priestern täglich, auch ohne Volk, gefeiert wird.“

Am 27. März 2020 hat Papst Franziskus auf dem menschenleeren Petersplatz gebetet und „Urbi et Orbi“, die Stadt und den Erdkreis, mit dem Allerheiligsten gesegnet. Ohne dass Gläubige physisch anwesend waren, entstand der Eindruck, dass hier die ganze Kirche mit Petrus um den Herrn versammelt war. Diese unsichtbare Gemeinschaft war keine Illusion, denn in dieser Stunde waren tatsächlich Millionen von Menschen auf der ganzen Erde vor dem Bildschirm mit dem Papst geistig verbunden. Die Weltkirche versammelte sich real um Christus. Es war die Liveübertragung durch die Medien, die dieses gnadenhafte Ereignis möglich gemacht hat!

10 Tipps für die Mitfeier der Heiligen Messe über Fernsehen oder Livestream

Jede Heilige Messe muss nach der Anordnung der Kirche immer live übertragen werden, damit  die Gläubigen sich auch wirklich zeitgleich mit dem sakramentalen Geschehen, vor allem bei der Wandlung, verbinden können. Natürlich kann man sich auch eine aufgezeichnete Messe andachtsvoll anschauen. Damit aber ein reales Mitfeiern geschieht, muss die Messübertragung live erfolgen!

Doch andächtig an einer Live-Messe teilnehmen: das ist leichter gesagt als getan! Wir haben es noch nicht gelernt, die Messe vor dem Fernseher oder Livestream „mitzufeiern“. Denn das bloße Zuschauen wäre zu wenig! Wir brauchen ein Mitfeiern! So wie die physische Teilnahme am Gottesdienst eine äußere Ordnung braucht, so auch die Mitfeier vor dem Bildschirm. „Kult“ braucht „Kultur“.  Daher sollten wir jetzt rasch eine „Kultur“ des Mitfeierns entwickeln, damit aus dem passiven Zuschauen ein aktives Mitfeiern wird, das dann auch gnadenhaft wirksam wird. Hier betreten wir weitgehend Neuland!

Ich möchte deshalb 10 Tipps geben, wie man zu Hause, vor dem Bildschirm mitfeiern kann:

  1. MACHE DIE MITFEIER ZUR HAUPTSACHE: Während des Gottesdienstes solltest Du nicht anderen Beschäftigungen daneben nachgehen, etwa essen oder am Smartphone herumwischen. Die Mitfeier soll für Dich nicht bloß eine „Neben-Sache“ sein, mache sie zur „Haupt-sache“ und fokussiere Dich!
  2. SEI STILVOLL: Ziehe Dich für das Ereignis passend an. Pyjama und Jogginganzug sind für den Alltag. Jede Messe ist eine „Feier“. Du musst Dir in Deiner Wohnung natürlich kein „Sonntagsgewand“ anziehen, aber Dein bequemes Home-Outfit soll stilvoll und würdevoll sein.
  3. GESTALTE „HAUSKIRCHE“: Da Du Dich in Deinem profanen Wohnbereich befindest, solltest Du einige Maßnahmen treffen, um Dein Zuhause in eine „Hauskirche“ zu verwandeln. Du darfst Ideen entwickeln, zum Beispiel: Stelle ein Kreuz auf, zünde eine Kerze an, platziere eine Ikone, ein Herz-Jesu-Bild oder ein Marienbild in der Nähe des Bildschirms, schalte das Licht ab usw.
  4. AM BESTEN MITEINANDER: Da es sich gemeinsam besser betet, so feiere – wenn es möglich und erlaubt ist – die Heilige Messe mit anderen, etwa aus Deinem Haushalt. Ideal wäre es, wenn sich die ganze Familie zur Live-Messe versammelt. Durch eine unaufdringliche Einladung an Mitbewohner, die keine so große Lust haben, hast Du sogar die Chance, „missionarisch“ zu sein.
  5. BEGINNE BEWUSST: Wenn möglich, bereite die Texte der Messe vor und lege sie Dir zu recht. Und am Beginn bete ein Vorbereitungsgebet. Das katapultiert Dich in die geistige Dimension. Durch ein Gebet überschreitest Du geistig die Grenze vom banalen Dasein zum Sein vor Gott.
  6. VERHALTE DICH LITURGISCH: Versuche die Heilige Messe so mitzufeiern, als ob Du in der Kirche direkt dabei wärst. Du kannst gerne mitbeten und mitsingen, dich bekreuzigen… Zumindest beim Evangelium und beim Vater Unser solltest Du stehen. Wenn es Dir möglich ist, so knie bei der Wandlung nieder. Du darfst hier aber nach Gefühl handeln, damit Dein Verhalten vor dem Fernseher oder Computer nicht peinlich für Dich oder für andere wird.
  7. VERBINDE DICH GEISTIG: Während der Heiligen Kommunion verbinde Dich im Geist mit Jesus. Lade ihn in Dein konkretes Leben ein. Bete ein Gebet zur Geistlichen Kommunion und vertraue Jesus Dein Leben, Deine Sorgen, an. Bitte ihn, danke ihm. Sei intensiv innerlich.
  8. NIMM DIR ZEIT: Wenn Du zu Hause mitfeierst, ist es sehr einfach davonzulaufen oder umzuschalten, wenn es einmal nicht so spannend ist. Lass das! Die Messe endet auch für Dich vor dem Bildschirm mit dem Segen Gottes und dem „Gehet hin in Frieden!“
  9. BEENDE BEWUSST: Am Schluss mache das Kreuzzeichen und beende die Mitfeier mit einem Gefühl der Dankbarkeit. Dann solltest Du aufstehen und etwas Anderes machen, denn Du bist ja ins Leben hinausgesendet worden: „Ite missa est…“ heißt wörtlich: „Geht, es ist Sendung!“
  10. TIPPS FÜR UNS PRIESTER: Für uns Priester ist es nicht nur emotional ungewohnt, eine Heilige Messe ohne sichtbares Volk Gottes zu feiern. Es ist auch in praktischer Hinsicht herausfordernd, nur über die Kameras mit einer Gemeinde zu interagieren. Wir müssen etwas völlig Neues lernen: mit den Menschen via Kamera zu kommunizieren! Die Mitfeiernden werden es schätzen, wenn wir uns bei den Gebetsteilen und beim Hochgebet innerlich voll auf den Herrn konzentrieren. Es gibt aber andere Teile der Messe, wo wir die Herzen der Mitfeiernden zu Hause erreichen müssen. Wir müssen lernen, so zu agieren, dass „der Funke überspringen“ kann: indem wir z.B. bei den Verkündigungsteilen Blickkontakt über die Kamera suchen. Und indem wir uns trauen, die für uns unsichtbaren Menschen zu Hause direkt und persönlich anzusprechen…

Zum Schluss noch etwas Persönliches: Nach einer Formulierung des 2. Vatikanischen Konzils beinhaltet die göttliche Liturgie zwar „viel Verkündigung“. Sie ist aber „vor allem Anbetung der göttlichen Majestät“ (SC 33). Mich persönlich rettet dieser „theozentrische“ Fokus aus Frustration und Depression. Denn der Wert einer Heiligen Messe ist – unabhängig von der Zahl der sichtbaren oder unsichtbaren Mitfeiernden – auf jeden Fall unermesslich.

Prof. Pater Dr. Karl Wallner OCist
Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Österreich

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In der 2000-jährigen Geschichte der Kirche hat es noch nie eine solche Situation gegeben wie jetzt durch die Corona-Pandemie: Die meisten Gläubigen können nicht physisch an der Feier einer Heiligen Messe teilnehmen! Diese Not müssen wir meistern und können aus ihr vielleicht sogar eine Tugend machen. Wir leben ja im 21. Jahrhundert, wo uns Medien zur Verfügung stehen, die es in den vergangenen 2000 Jahren noch nicht gegeben hat! Fernsehen oder Livestream bieten sich an, um neue Formen der Mitfeier des Gottesdienstes zu entwickeln.

Wir Katholiken haben hier Nachholbedarf! Dabei ist klar, dass es sich um „Notfallmaßnahmen“ außerordentlicher Art handelt, denn unser Herr Jesus Christus hat uns die Sakramente in Form von äußeren sinnlichen Zeichen geschenkt. Dazu gehört wesentlich, dass wir zusammenkommen und von Christus real als seine Kirche aufgebaut werden. Das Mitfeiern der Messe nur vor dem Bildschirm kann daher niemals die physische Präsenz bei einer Messe ersetzen! Dieses Defizit muss uns bei jeder noch so aufbauenden Mitfeier via Medien bewusst bleiben. Die mediale Übertragung von Messen muss daher auch immer das Ziel haben, die Sehnsucht nach einer realen Mitfeier zu erwecken, sobald sie wieder möglich ist.

Zwang zur Vergeistlichung

Die faktische Situation zwingt uns zu einer „Vergeistlichung“. Und das könnte für uns als Kirche sogar heilsam werden, denn wir müssen uns vom Äußeren in das Innere, von der Oberfläche in die Tiefe bewegen. Das eigentliche Ziel aller Sakramente, und ganz besonders der Heiligen Messe, liegt darin, eine innere Beziehung („communio“) zu Jesus Christus zu bewirken und zu stärken.

Jede persönliche Beziehung braucht natürlich Ausdrucksformen, sie ist aber im Kern etwas Geistiges und damit Unsichtbares. Jetzt ist uns die äußere Form der Teilnahme genommen, doch die innere, geistige Dimension bleibt bestehen. Wo die Pandemie uns in die Distanz und Isolation zwingt, müssen wir uns umso mehr um eine geistige Nähe und Gemeinschaft bemühen.

Wir sind bei der Messe nie allein

Theologisch gesehen sind wir bei einer Messe nie allein. Die Feier dieses Sakramentes versammelt uns im Handeln des dreifaltigen Gottes und im Lobpreis „mit allen Engeln und Heiligen“, wie es vor jedem Eucharistischen Hochgebet heißt. Diese unsichtbare Dimension kirchlicher Gemeinschaft („communio“) heißt es jetzt zu entdecken, weil wir der sichtbaren beraubt sind. Daher schrieb die Apostolische Pönitentiarie am 20. März 2020: „Wie nie zuvor erlebt in dieser Zeit die Kirche die Kraft der Gemeinschaft der Heiligen und lässt zu ihrem gekreuzigten und auferstandenen Herrn Gelübde und Gebete aufsteigen, insbesondere das Opfer der heiligen Messe, das von den Priestern täglich, auch ohne Volk, gefeiert wird.“

Am 27. März 2020 hat Papst Franziskus auf dem menschenleeren Petersplatz gebetet und „Urbi et Orbi“, die Stadt und den Erdkreis, mit dem Allerheiligsten gesegnet. Ohne dass Gläubige physisch anwesend waren, entstand der Eindruck, dass hier die ganze Kirche mit Petrus um den Herrn versammelt war. Diese unsichtbare Gemeinschaft war keine Illusion, denn in dieser Stunde waren tatsächlich Millionen von Menschen auf der ganzen Erde vor dem Bildschirm mit dem Papst geistig verbunden. Die Weltkirche versammelte sich real um Christus. Es war die Liveübertragung durch die Medien, die dieses gnadenhafte Ereignis möglich gemacht hat!

10 Tipps für die Mitfeier der Heiligen Messe über Fernsehen oder Livestream

Jede Heilige Messe muss nach der Anordnung der Kirche immer live übertragen werden, damit  die Gläubigen sich auch wirklich zeitgleich mit dem sakramentalen Geschehen, vor allem bei der Wandlung, verbinden können. Natürlich kann man sich auch eine aufgezeichnete Messe andachtsvoll anschauen. Damit aber ein reales Mitfeiern geschieht, muss die Messübertragung live erfolgen!

Doch andächtig an einer Live-Messe teilnehmen: das ist leichter gesagt als getan! Wir haben es noch nicht gelernt, die Messe vor dem Fernseher oder Livestream „mitzufeiern“. Denn das bloße Zuschauen wäre zu wenig! Wir brauchen ein Mitfeiern! So wie die physische Teilnahme am Gottesdienst eine äußere Ordnung braucht, so auch die Mitfeier vor dem Bildschirm. „Kult“ braucht „Kultur“.  Daher sollten wir jetzt rasch eine „Kultur“ des Mitfeierns entwickeln, damit aus dem passiven Zuschauen ein aktives Mitfeiern wird, das dann auch gnadenhaft wirksam wird. Hier betreten wir weitgehend Neuland!

Ich möchte deshalb 10 Tipps geben, wie man zu Hause, vor dem Bildschirm mitfeiern kann:

  1. MACHE DIE MITFEIER ZUR HAUPTSACHE: Während des Gottesdienstes solltest Du nicht anderen Beschäftigungen daneben nachgehen, etwa essen oder am Smartphone herumwischen. Die Mitfeier soll für Dich nicht bloß eine „Neben-Sache“ sein, mache sie zur „Haupt-sache“ und fokussiere Dich!
  2. SEI STILVOLL: Ziehe Dich für das Ereignis passend an. Pyjama und Jogginganzug sind für den Alltag. Jede Messe ist eine „Feier“. Du musst Dir in Deiner Wohnung natürlich kein „Sonntagsgewand“ anziehen, aber Dein bequemes Home-Outfit soll stilvoll und würdevoll sein.
  3. GESTALTE „HAUSKIRCHE“: Da Du Dich in Deinem profanen Wohnbereich befindest, solltest Du einige Maßnahmen treffen, um Dein Zuhause in eine „Hauskirche“ zu verwandeln. Du darfst Ideen entwickeln, zum Beispiel: Stelle ein Kreuz auf, zünde eine Kerze an, platziere eine Ikone, ein Herz-Jesu-Bild oder ein Marienbild in der Nähe des Bildschirms, schalte das Licht ab usw.
  4. AM BESTEN MITEINANDER: Da es sich gemeinsam besser betet, so feiere – wenn es möglich und erlaubt ist – die Heilige Messe mit anderen, etwa aus Deinem Haushalt. Ideal wäre es, wenn sich die ganze Familie zur Live-Messe versammelt. Durch eine unaufdringliche Einladung an Mitbewohner, die keine so große Lust haben, hast Du sogar die Chance, „missionarisch“ zu sein.
  5. BEGINNE BEWUSST: Wenn möglich, bereite die Texte der Messe vor und lege sie Dir zu recht. Und am Beginn bete ein Vorbereitungsgebet. Das katapultiert Dich in die geistige Dimension. Durch ein Gebet überschreitest Du geistig die Grenze vom banalen Dasein zum Sein vor Gott.
  6. VERHALTE DICH LITURGISCH: Versuche die Heilige Messe so mitzufeiern, als ob Du in der Kirche direkt dabei wärst. Du kannst gerne mitbeten und mitsingen, dich bekreuzigen… Zumindest beim Evangelium und beim Vater Unser solltest Du stehen. Wenn es Dir möglich ist, so knie bei der Wandlung nieder. Du darfst hier aber nach Gefühl handeln, damit Dein Verhalten vor dem Fernseher oder Computer nicht peinlich für Dich oder für andere wird.
  7. VERBINDE DICH GEISTIG: Während der Heiligen Kommunion verbinde Dich im Geist mit Jesus. Lade ihn in Dein konkretes Leben ein. Bete ein Gebet zur Geistlichen Kommunion und vertraue Jesus Dein Leben, Deine Sorgen, an. Bitte ihn, danke ihm. Sei intensiv innerlich.
  8. NIMM DIR ZEIT: Wenn Du zu Hause mitfeierst, ist es sehr einfach davonzulaufen oder umzuschalten, wenn es einmal nicht so spannend ist. Lass das! Die Messe endet auch für Dich vor dem Bildschirm mit dem Segen Gottes und dem „Gehet hin in Frieden!“
  9. BEENDE BEWUSST: Am Schluss mache das Kreuzzeichen und beende die Mitfeier mit einem Gefühl der Dankbarkeit. Dann solltest Du aufstehen und etwas Anderes machen, denn Du bist ja ins Leben hinausgesendet worden: „Ite missa est…“ heißt wörtlich: „Geht, es ist Sendung!“
  10. TIPPS FÜR UNS PRIESTER: Für uns Priester ist es nicht nur emotional ungewohnt, eine Heilige Messe ohne sichtbares Volk Gottes zu feiern. Es ist auch in praktischer Hinsicht herausfordernd, nur über die Kameras mit einer Gemeinde zu interagieren. Wir müssen etwas völlig Neues lernen: mit den Menschen via Kamera zu kommunizieren! Die Mitfeiernden werden es schätzen, wenn wir uns bei den Gebetsteilen und beim Hochgebet innerlich voll auf den Herrn konzentrieren. Es gibt aber andere Teile der Messe, wo wir die Herzen der Mitfeiernden zu Hause erreichen müssen. Wir müssen lernen, so zu agieren, dass „der Funke überspringen“ kann: indem wir z.B. bei den Verkündigungsteilen Blickkontakt über die Kamera suchen. Und indem wir uns trauen, die für uns unsichtbaren Menschen zu Hause direkt und persönlich anzusprechen…

Zum Schluss noch etwas Persönliches: Nach einer Formulierung des 2. Vatikanischen Konzils beinhaltet die göttliche Liturgie zwar „viel Verkündigung“. Sie ist aber „vor allem Anbetung der göttlichen Majestät“ (SC 33). Mich persönlich rettet dieser „theozentrische“ Fokus aus Frustration und Depression. Denn der Wert einer Heiligen Messe ist – unabhängig von der Zahl der sichtbaren oder unsichtbaren Mitfeiernden – auf jeden Fall unermesslich.

Prof. Pater Dr. Karl Wallner OCist
Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Österreich

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