Jugend auf den Spuren des Heiligen Benedikt

Treffpunkt Benedikt: Aus einer Jugendwallfahrt wurde ein monatliches Treffen und mittlerweile ein ganzes Netzwerk. Im Benediktinerstift Kremsmünster treffen sich Jugendliche, junge Erwachsene und Mönche seit 14 Jahren regelmäßig, um den Glauben tiefer kennenzulernen, zu beten und Gemeinschaft zu erleben.

allewelt Mai/Juni 2021

Normalerweise blickt Abt Ambros auf gut gefüllte Kirchenbänke, doch aktuell schauen er und Frater Konrad in die Gesichter auf ihrem Laptop-Bildschirm. Wie so viele Treffen und Veranstaltungen musste auch der Treffpunkt Benedikt im oberösterreichischen Benediktinerstift Kremsmünster Pandemie-bedingt online stattfinden. Das Team rund um Abt Ambros Ebhart begann die monatlichen Treffen mit den Jugendlichen in digitaler Form abzuhalten, wie gewohnt, wurde gemeinsam gebetet, gesungen und ausgetauscht. „Die Pandemie hat uns ganz neu kreativ gemacht und ermutigt, Verschiedenes auszuprobieren“, sagt Frater Konrad. Zurzeit lebt er als Novize in der Klostergemeinschaft und ist Teil des Teams von Treffpunkt Benedikt. „In der Advent- und Fastenzeit gab es wöchentliche Zeugnisse und Kurzimpulse auf unserem YouTube-Kanal.“ Das Highlight, so Frater Konrad, war jedoch der erste erlaubte Gottesdienst mit der Treffpunkt-Benedikt-Community nach fast einem Jahr ohne physische Zusammenkünfte. Denn davon lebt der Treffpunkt: von der Gemeinschaft, dem gemeinsamen Unterwegssein im Glauben.

Vision: Forum für junge Leute, den Glauben zu vertiefen und in der benediktinischen Spiritualität auch ihren eigenen Glauben neu kennenzulernen 

Gründung: 2007 in Kremsmünster, Oberösterreich

Reichweite: ca. 100 junge Leute bei den monatlichen Treffen 

Nach einer Jugendwallfahrt mit Mönchen des Stiftes wollten die mitgereisten Jugendlichen diese gemeinsame Zeit, das gemeinsame Gebet und den Austausch auch zu Hause weiterführen, verbunden mit dem Stift Kremsmünster. So integrierten die Veranstalter von Treffpunkt Benedikt neben gehaltvollen Vorträgen, stimmungsvoller Musik und eucharistischer Anbetung von Beginn an die benediktinische Vesper in die Treffen. Die Jugendlichen begeisterten sich immer mehr für diese Form des Gebetes, fanden jedoch die Stundenbücher der Mönche zu unpraktisch und kompliziert. Kurzerhand war die Idee für ein eigenes benediktinisches Jugendbrevier geboren. Unter dem Titel „Oremus“ erscheint mittlerweile die dritte Auflage.

Die Begeisterung für den Glauben und die Spiritualität des Heiligen Benedikt, den die Jugendlichen und jungen Erwachsenen vom Treffpunkt Benedikt zeigen, motiviert viele andere, sich auf die Suche nach Gott zu machen und in der Gemeinschaft Anregungen und Impulse für das eigene Leben zu bekommen. Davon ist Frater Konrad überzeugt.

Treffpunkt Benedikt

Nach einer Jugendwallfahrt im Jahr 2007 wünschten sich die mitgereisten Jugendlichen eine regelmäßige Fortsetzung dieser spirituellen, sportlichen, musikalischen Gemeinschaft. So initiierten Abt Ambros Ebhart und Pater Bernhard Eckerstorfer vom Stift Kremsmünster den „Treffpunkt Benedikt“. Seitdem treffen sich rund 100 junge Menschen jeden Monat im Kloster. Zum Programm gehören ein Vortrag, eucharistische Anbetung und Beichtmöglichkeit, eine Heilige Messe und im Anschluss gemütliches Beisammensein mit Agape (aktuell aufgrund der Pandemie-Situation nicht möglich). Neben den monatlichen Treffen organisiert das Team von Treffpunkt Benedikt über das Jahr verteilt auch Exerzitien, Wallfahrten, Wanderungen und Bergmessen.

Drei Fragen an …

Frater Konrad Holzinger

Frater Konrad Holzinger

1 | Was bedeutet Mission für dich?

Mission bedeutet für mich, anderen Menschen meine Freude und Begeisterung am Glauben zu zeigen und sie mit Gott in Verbindung zu bringen. Andere Jugendliche zum Treffpunkt mitzunehmen, war für mich eine gute Möglichkeit, dies zu tun. Meine persönliche Mission hat aber gerade mit dem Thema Berufung zu tun. Diese prüfe ich aktuell als Novize im Stift Kremsmünster.

2 | Was sind die größten Herausforderungen für die Kirche heute?

Das Glaubenswissen der Kirche ist groß, aber es kommt kaum bei den Menschen an. Das Evangelium zu verkünden und die frohe Botschaft und die Schätze der Kirche neu zu den Menschen und in ihr Leben zu bringen, das ist meiner Meinung nach eine der größten Herausforderungen der Kirche.

3 | Was ist deine Mission für Österreich und darüber hinaus?

Ich lebe gerade im Stift Kremsmünster als Novize. Dort versuche ich mich mit meinen Fähigkeiten und Talenten in den verschiedenen Arbeitsbereichen des Klosters einzubringen. Das hilft mir, meine Berufung zu finden.

Norbert Filipitsch

PFARRER NORBERT FLIPITSCH

Diözesedirektor

Missio Burgenland

Mission heißt für mich …

… nicht nur einen Auftrag haben bzw. erfüllen. Mission heißt für mich nicht Zwangsbeglückung, sondern Hilfe zum Glauben und Leben geben. So sehe ich mein ganzes Leben als Mission, nicht nur punktuell meinen Glauben mit den Menschen zu teilen, sondern (m)ein Leben lang Menschen darüber Auskunft zu geben, was mich hoffen lässt und so zu leben, dass ich danach gefragt werde (vgl. 1 Petr 3,15). Gerade in schwierigen Zeiten, wo Menschen nicht nur ab und zu an Gott zweifeln, sondern am Leben verzweifeln, ist dies dringend nötig. Das erfordert aber von mir, dass ich jedem Menschen in der jeweiligen Lebenslage nahekommen darf und kann, dass ich mitfühle und – wie es Paulus ausdrückt – allen alles werde (1 Kor 9,19-23). Das wiederum heißt nicht nur von Mission zu reden, sondern missionarisch zu wirken und selbst Mission zu sein. Mein bisheriges Leben und Wirken hat mich tiefe Freundschaften auf den Philippinen schließen lassen. Auch mit Afrika verbinden mich einige Freundschaften und Visionen, die gerade umgesetzt werden, wie z.B. der Bau einer Schule und eines Pilgerzentrums in Nigeria. Missionare haben mich immer wieder fasziniert, weil ich in meiner Kindheit einen Missionar fast als Nachbar hatte, der bei seinen Heimaturlauben immer wieder Spannendes erzählt hat. Meinen Lebensabend würde ich gerne als Missionar auf den Philippinen verbringen. Mal sehen, was Gott mit mir noch alles vor hat.

Treffpunkt Benedikt
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