Wenn die Liebe Gottes durch die Musik erklingt

Tomoko Mayeda: Der berühmte Pianist Paul Badura-Skoda verhalf der japanischen Violinistin in Wien zum Erfolg. Er hat sie auch durch seinen tiefen Glauben geprägt. Durch Missio entdeckte Tomoko Mayeda die große Heilige Mutter Teresa, die sie bis heute begleitet. Getauft wurde Tomoko in Assisi, denn auch der Heilige Franziskus spielt eine wichtige Rolle in ihrem Glaubensleben.

allewelt Jänner/Februar 2021

Tomoko Mayeda in einer Kirche

„Wenn ich Violine spiele, dann spüre ich, dass Gott da ist. Es ist so himmlisch. Ich erfahre seine starke Liebe und dass Er zu mir sagt: Komm zu mir! Die Vorstellung, dass Gott sich so klein gemacht hat und nicht in einem Palais, sondern in Armut auf die Welt gekommen ist, berührt mich zutiefst.“

„Meine Lebensaufgabe ist, die Bach-Solosonaten überall dort zu spielen, wo gebetet wird. In Kirchen oder auch in Tempeln. In der Musik gibt es keine religiösen Grenzen. Die Unterschiede und die Trennung sind die Ursache von Hass. Aber wir wollen doch bessere Menschen werden.“

Paul Badura-Skoda war ein frommer Mensch und lebte mit Freude seinen Glauben. Wenn ich mit ihm sprach, habe ich viel Wertschätzung und Respekt gespürt. Durch Paul konnte ich verstehen, wie Gott zu uns ist. Gott ist für alle da. Er gibt dir das Gefühl, dass du für Ihn die wichtigste Person bist.“

TOMOKO MAYEDA

begann bereits mit drei Jahren Violine in Japan und mit vier Jahren Klavier in Düsseldorf zu spielen. Sie studierte in Tokio an der Toho Gakuen Universität für Musik und danach an der Robert Schumann Musikhochschule in Düsseldorf, wo sie 1998 ihr Konzertexamen mit Auszeichnung bestand. 1995 errang sie einen Spezialpreis beim Internationalen Violinwettbewerb Tibor Varga. Sie studierte bei namhaften Professoren wie unter anderem bei Michael Gaiser, Erich Höbarth und Tibor Varga.

Mit Paul Badura-Skoda konzertierte sie später in Wien und veröffentlichte zwei CDs. In Japan findet jedes Jahr eine Konzertserie „Musikalisches Geschenk“ statt, die eigens für Tomoko initiiert wurde. Auch in Europa tritt Tomoko regelmäßig als Solistin auf. Sie ist seit 2014 Mitglied von „Ensemble Felicia“ und engagiert sich seit vielen Jahren auch für bedürftige Menschen. Sie stellt ihre Kunst oft ehrenamtlich in den Dienst der guten Sache. Für ihr Engagement erhielt sie 2015 den Ehrentitel „Konsulin des Roten Kreuzes Wien“.

„Der Heilige Franziskus hat mir durch sein Friedensgebet beigebracht: ‚Nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe. Nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.‘ Das Gebet hilft mir in unserer von Hass und Terror geprägten Zeit.“

„Mein Vater war ein gläubiger Protestant. Als er sehr krank wurde, fragte er mich öfter: ‚Wann lässt du dich taufen?‘ Es war ihm egal, ob evangelisch oder katholisch. Er wollte nur, dass ich Christin werde. Einen Tag vor seinem Tod sagte er mit großer Freude: ‚Jesus Christus hat mich eingecheckt! Seid ihr einverstanden?‘ Durch sein Leiden hat er uns gezeigt, wie stark sein Glaube war, bis zum Tod.“

„Ich mag keine Regeln oder oberflächlichen Formalitäten. Ein Priester der Gemeinschaft ‚Offenes Herz‘, der mich getauft hat, schaute bei mir nie auf Äußerlichkeiten, sondern immer auf das Menschliche. Wer Gott liebt, achtet auch die Anderen.“

„Ich möchte, dass Menschen durch meine Musik Gott erfahren können. Einmal durfte ich im Stephansdom das ‚Ave Maria‘ von Gounod spielen. Da bekam ich das Gefühl, dass nicht mehr ich spielte. Ich war nur das Instrument, durch das die Liebe Gottes durchklang.“

Porträt von Tomoko Mayeda
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