Priester für die Welt

Die Priestersammlung am 6. Jänner steht vor der Tür: In allen Kirchen weltweit kommt die Kollekte an diesem Tag der Priesterausbildung in Afrika, Asien und Lateinamerika zugute. Damit wird jungen Männern in aller Welt ermöglicht, ihre Berufung zu leben.

allewelt Jänner/Februar 2020

Pushpamal Fernando lebt in Sri Lanka und stammt aus ärmlichen Verhältnissen. Sein Vater ist in der Tourismusbranche beschäftigt, seine Mutter ist Hausfrau. Dass er sein Leben ganz Gott geben will, wusste er sehr früh. „Schon als kleines Kind habe ich den Ruf zum Priestertum verspürt“, erzählt der 27-Jährige. Zusammen mit 166 anderen jungen Männern absolviert er gerade die Priesterausbildung im Seminar Kandy in Ampitiya. Dass er das geschafft hat, ist nicht selbstverständlich. Denn während hier in Österreich junge Männer, die eine Berufung verspüren, meistens finanziell weitgehend sorgenfrei eine Ausbildung zum Priester machen können, ist in armen Ländern wie Sri Lanka genau das Gegenteil der Fall.

Pushpamal Fernando

„Schon als kleines Kind habe ich den Ruf zum Priestertum verspürt.”

Pushpamal Fernando, Priesterstudent in Sri Lanka

Wenn das Geld fehlt

Viele Priesterstudenten wie Pushpamal Fernando kommen aus armen Familien und können sich die Ausbildung finanziell nicht leisten. Und auch in den Einrichtungen selbst mangelt es an Geld. So ist es leider eine traurige Tatsache, dass Priesterseminare in Afrika, Asien oder Lateinamerika viele Kandidaten ablehnen müssen – einzig und allein aufgrund des mangelnden Budgets.

„Unsere Unterstützung ist deshalb wichtiger denn je“, betont Missio-Nationaldirektor Pater Karl Wallner. Am 6. Jänner sammeln deshalb alle katholischen Kirchen weltweit für die Priesterausbildung. Mit dem Geld, das an diesem Tag zusammenkommt, werden angehende Priester in aller Welt unterstützt. Der Spendenaufruf ergeht jedes Jahr übrigens durch den Papst persönlich, der „seine“ Missionswerke mit der Organisation der Sammlung beauftragt.

Die Gläubigen ermöglichen damit die Ausbildung von mehr als 80.000 (!) Priesterstudenten. Selbst mit einem vermeintlich kleinen Beitrag kann man Großes bewirken, wie die Zahlen veranschaulichen: Mit 18 Euro wird ein Seminarist in Burkina Faso zum Beispiel eine Woche lang ernährt. Und mit 50 Euro im Monat wird man sogar „Pate“, finanziert mit diesem Betrag also einem Seminaristen die gesamten Lebenskosten für einen Monat und hilft ihm somit, seine Berufung zu verwirklichen.

Priestersammlung am 6. Jänner

Jeder von uns kann ein Missionar sein und helfen, den Glauben in die Welt hinauszutragen: Am 6. Jänner findet weltweit wieder die traditionelle Priestersammlung in allen katholischen Pfarren statt, klarerweise auch bei uns in Österreich. Dabei werden Spenden für die Ausbildung junger Priester in den ärmsten Ländern der Welt gesammelt, die auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind. Der Spendenaufruf ergeht jedes Jahr durch den Papst, der die Päpstlichen Missionswerke mit der Organisation der Sammlung beauftragt. Im Jahr 2019 konnten wir in Österreich fast 600.000 Euro für die Priesterausbildung sammeln. Dieses Geld kommt mehr als 80.000 Priester-Seminaristen in Afrika, Asien oder Lateinamerika zugute. Damit wird ihnen der Ausbildungsplatz, aber auch das tägliche Leben während der Ausbildung bezahlt. Bitte helfen Sie mit, damit nicht ein Einziger, der eine Berufung in seinem Herzen trägt, aus finanziellen Gründen von einem Priesterseminar abgewiesen werden muss.

Damit die Kirche wachsen kann

„Dass das Geld auch tatsächlich bei den Betroffenen ankommt”, garantiert Pater Karl Wallner, der sich immer wieder selbst ein Bild vor Ort macht: „Wer einmal in Afrika, Asien und Lateinamerika gesehen hat, was Gott dort durch wunderbare Berufungen bewirkt, der führt gerne solche Sammlungen durch und hilft den jungen wachsenden Kirchen, gute Priester zu haben.“ Wie wichtig die finanzielle Hilfe der Gläubigen aus Österreich ist, sieht man in vielen Teilen der Welt. Father Paul Masolo etwa, der Rektor eines Priesterseminars in Ggaba in Uganda sagt: „Würde es die Unterstützung aus Österreich nicht geben, müssten wir den Seminarbetrieb komplett schließen.“

Durch die jährliche Priestersammlung am 6. Jänner wird die Basis dafür gelegt, dass die Kirche weltweit wachsen kann und junge Männer zu Priestern ausgebildet werden. Denn „wer zum priesterlichen Dienst berufen ist, ist Verwalter eines Geschenks, das Gott ihm anvertraut hat zum Wohl des ganzen Volkes, ja sogar aller Menschen“, um es mit den Worten von Papst Franziskus auf den Punkt zu bringen.

Pater Karl Wallner und ein Priester

„Wer einmal in Afrika, Asien und Lateinamerika gesehen hat, was Gott dort durch wunderbare Berufungen bewirkt, der führt gerne solche Sammlungen durch und hilft den jungen wachsenden Kirchen, gute Priester zu haben.”

Pater Karl Wallner, Nationaldirektor von Missio Österreich
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