Mit „Jesus-Power“ zurück ins Leben

Der Wiener Rapper Philipp Michalitsch rüttelt die Szene mit seinen christlichen Texten auf und will den Glauben in die breite Öffentlichkeit bringen. Der Weg dahin war für den 34-Jährigen kein einfacher. Drogen und gescheiterte Beziehungen hat er dank des Glaubens überwunden. Seine Musik stützt er inzwischen auf die Bibel und hat als Firmbegleiter den katholischen Glauben richtig kennengelernt.

allewelt Mai/Juni 2021

Freeman Shooting von Philipp Michalitsch

„Ich bin Christ. Das ist für alle Zeit mein Branding. Ich bekenne meinen Glauben öffentlich, weil ich es muss und nicht möchte, dass den Menschen das passiert, was mir passiert ist. Ich bin dabei mich mit meiner Vergangenheit und meinen Fehltritten zu versöhnen. Aber so heftig muss das nicht bei jedem laufen.“

„Es macht schon Spaß in der coolen Rapper-Rolle zu sein, aber mir ist es wichtig, dass ich die Gemeinschaft der Gläubigen immer als Unterstützung hinter mir habe. Bei anderen sind das oft leider irgendwelche Banden, manchmal auch Verbrecher oder Mafia-Clans und keine betende Gemeinde.“

„In meiner Rolle ist die Challenge, dass ich nicht zu einem Papagei werde. Irgend- welche nachgeplapperten religiösen Inhalte interessieren die Leute überhaupt nicht. Das haben sie in den Messen schon alles gehört, falls sie einmal dort waren und es hat sie nicht berührt. Ich muss authentisch von meiner Erfahrung erzählen.“

PHILIPP MICHALITSCH

wurde am 03.07.1986 in Wien geboren. Er hat das Diplomstudium der Unternehmensführung auf der FH Wien abgeschlossen und ist ausgebildeter Mediator. Seit 17 Jahren schreibt der Rapper privat Songtexte. Vor zwei Jahren veröffentlichte er sein erstes Album und gewann prompt den Song-Contest bei „Top-Tier-Takeover“, der bekanntesten Rap-Battle-Plattform im deutschsprachigen Raum. Mit seinen Songs schaffte er es durch geschickte PR immer wieder in die Medien zu kommen. Der Glaube hat den Wiener nach der Firmung nicht interessiert, doch mit der Zeit hat er seinen Weg zurück in die Kirche gefunden. Sein erklärtes Ziel ist es, Rap mit christlichen Werten populär und massentauglich zu machen. Keine leichte Aufgabe auf dem hart umkämpften Rap-Markt. Am Ostersonntag 2021 setzte Philipp Michalitsch, der sich als Künstler Freeman Vienna nennt, mit der Single „Jesus lebt“ auf YouTube ein deutliches Glaubens-Zeugnis.

„Ich habe bei meiner eigenen Firmung damals die Dankesrede gehalten und hab von der Messe gar nichts mitbekommen. Jetzt durfte ich in meiner Pfarre drei Firmungen als Firmbegleiter mitmachen. Bei diesen drei Firmungen habe ich wirklich den Inhalt verstanden und zum Glauben gefunden.“

„Beim Beten liege ich auch gerne einmal am Boden. Für mich ist das eine adäquate Gebetshaltung. Und das „Vaterunser“ ist ein absoluter Klassiker, da muss ich gar nicht lang überlegen, was ich beten soll. Da ist alles vorgegeben. Außerdem kennt mich der Herr sowieso und weiß, was ich brauche.“

„Mission heißt heutzutage zuhören, die Liebe des Herrn spürbar machen und nicht irgendwem etwas aufzwingen. Ich versuche den Menschen im Dialog zu begegnen und sie dort abzuholen, wo sie sind.“

„Ich schlage beim Songschreiben die Bibel auf. Plötzlich haben die Botschaften meiner Lieder einen Sinn. Das war der Grund, weswegen ich lange keine Musik gemacht habe, weil ich mir dachte, das ist nur Musik ohne Inhalt. Erst in den letzten Jahren hab ich erkannt, dass Kultur einer der stärksten Stellhebel für gesellschaftliche Veränderung ist.“

Philipp Michaelitsch an der Donau
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