Ein lebensverändernder Aufenthalt in Peru

Hannah Spitzer wollte näher zu Gott finden und meldete sich für ein Auslandsvolontariat. Elf Wochen verbrachte sie bei einer Ordensgemeinschaft – ein lebensverändernder Aufenthalt.

Wenn Hannah Spitzer heute in den Spiegel schaut, dann sieht sie eine selbstbewusste junge Frau, die ihren Weg zu Gott gefunden hat. Doch das war nicht immer so, denn die 18-jährige gläubige Maturantin war lange auf der Suche – nach sich selbst, nach mehr von Gott. Verändert hat sich ihr Leben, als sie vergangenen Oktober nach Peru reiste, um mehrere Wochen bei der Ordensgemeinschaft der Seligpreisungen zu leben.

Für Hannah war die Zeit im Orden lebensverändernd. „Ich habe gelernt, regelmäßig zu beten und mehr Vertrauen zu Gott zu haben“, fasst die Niederösterreicherin aus Niederkreuzstetten im Weinviertel ihre Erfahrungen aus dem Aufenthalt zusammen. Jetzt sieht sie ganz klar: „Gott schaut auf mich. Er weiß, welcher der beste und richtige Weg für mich ist.

Ich habe keine Angst mehr, er lenkt mich sicher durch alle Herausforderungen des Lebens.“ Hannah ist mittlerweile auch überzeugt, dass Gott sie in die Stadt Callao in Peru geführt hat – denn direkt geplant war der Aufenthalt in diesem Land nicht. „Ich wollte mit einer Freundin zum Weltjugendtag in Panama (fand im Jänner statt) fahren und vorher wollten wir noch ein Volontariat in der Nähe machen“, erinnert sie sich. Ein bestimmtes Wunschland gab es nicht, Hauptsache nicht weit entfernt von Panama.

Hannah Spitzer

„Gott schaut auf mich. Er weiß, welcher der beste und richtige Weg für mich ist. Ich habe keine Angst mehr, er lenkt mich sicher durch alle Herausforderungen des Lebens.“

Hannah Spitzer

Peruanische Herzlichkeit

Heute denkt sie oft und gerne an die Wochen in Peru, einem mehrheitlich katholischen Land, zurück. Der Alltag war dabei geprägt vom Ordensleben: Tagwache um halb sieben, Laudes um halb acht, dann die Vormittagsmesse. Rosenkranz beten, stille Anbetung, Vesper und dazwischen Hausarbeiten wie Bügeln oder Kochen und Bibelstudium. Zwischendurch half sie bei Veranstaltungen der Pfarre mit. Am Montag hatte sie frei, dann standen Ausflüge, wie zum Beispiel in die Hauptstadt Lima, auf dem Programm.

Besonders beeindruckt hat sie die herzliche Art der Menschen – etwas, das sie aus Österreich nicht kannte: „Die Leute dort sind viel offener und haben viel weniger Vorurteile. Sie gehen auf einen zu, sprechen mit einem, sind freundlich.“

Hannah ist außerdem noch immer tief berührt, wie die Peruaner ihren Glauben leben: „Die Menschen verhalten sich so ehrfürchtig vor Gott. Das habe ich in dem Ausmaß vorher nicht gekannt. Ich habe mir gedacht: ‚Wow, die glauben wirklich.‘ “

Eine Freundschaft hat dabei besonders ihr Herz berührt: jene mit dem kleinen Matias. Der fünf Jahre alte Bub hat die Kinderstunde besucht, die die an den Orden angeschlossene Pfarre für Kinder anbietet und bei der Hannah mithalf. „Er war extrem lieb und offenherzig und ist immer hergekommen, wenn er mich gesehen hat und hat mich umarmt.“

WAS ICH NIE VERGESSEN WERDE:

Weihnachten! Ich bin mit gemischten Gefühlen in den Tag gestartet, weil es mein erstes Weihnachten ohne Familie war. Ich habe nicht nur einmal geweint, weil ich nicht bei ihnen sein und das Geschenke auspacken nur via Videotelefonat miterleben konnte. Doch die Messe in der Pfarre hat alles geändert!

Ich war sehr gespannt, wie Weihnachten in Peru gefeiert wird. Es war ganz anders als in Österreich, wo alles eher ruhig und besinnlich verläuft. Die Weihnachtslieder in Peru klingen wie unsere Osterlieder. Die Leute haben richtig gefeiert und nach der Messe mit dem Jesuskind auf dem Arm getanzt!

Danach hatten wir eine ruhigere Zeit der Anbetung mit der Gemeinschaft! Was auch sehr besonders war: Pünktlich um Mitternacht wurden Feuerwerke geschossen, um die Freude über das Weihnachtsfest noch einmal auszudrücken!

Abenteuer Weltmission

Den Aufenthalt in Peru machte Hannah im Zuge des Volontariats „Abenteuer Weltmission“ von Missio Österreich. Dabei können junge Menschen ab 18 Jahren mindestens vier Wochen helfen und sich aktiv an solidarischen Projekten in aller Welt beteiligen. Die Anreise und medizinische Versorgung wie Impfungen sind selber zu bezahlen. Verpflegung und Unterkunft werden zur Verfügung gestellt.

Es war das erste Mal, dass die 18-Jährige ohne Familie für längere Zeit verreiste. Das ließ sie ein Stück weit erwachsener und vor allem selbstbewusster werden: „Ich stehe mehr zu dem, was ich denke und wer ich bin. Ich habe gelernt, dass es okay ist, wie ich bin und dass ich mich nicht verstellen muss, dass Leute mich mögen.“

Ihr hat es so gut gefallen, dass sie mittlerweile jedem im Freundeskreis rät, ein Volontariat zu machen. „Ich finde es sehr empfehlenswert, weil man eine andere Welt kennenlernt und auch in der Persönlichkeit so unglaublich wächst.“

Ab Herbst möchte Hannah Soziale Arbeit studieren. Wo – weiß sie noch nicht. „Aber Gott wird mich lenken“, sagt sie überzeugt. Auch nach Peru möchte Hannah wieder reisen, um die Menschen zu besuchen, die ihr so ans Herz gewachsen und ein Stück des Weges mit ihr gegangen sind.

Hannah Spitzer

HANNAH SPITZER

Die 18-jährige Maturantin aus Niederkreuzstetten im Weinviertel nahm ihre Reise zum Weltjugendtag in Panama zum Anlass, um in Peru ein Volontariat zu machen. Sie lebte in der Ordensgemeinschaft der Seligpreisungen, die auch in Österreich einen Ableger hat. Dabei lernte sie das Ordensleben kennen und vertiefte ihren Glauben. www.missio.at/missionsreise

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