Kirche wie „weltanschaulicher Trachtenverein“

Als Pfarrer Braun hat er sich in die Herzen der Menschen gespielt, im Film „Otto Neururer – Hoffnungsvolle Finsternis“ verkörpert er wieder einen Pfarrer. Für Ottfried Fischer gehören der katholische Glaube und die Kirche zum Leben dazu.

allewelt März/April 2020

Ottfried Fischer mit Hut

„Der Glaube kann im Leben Antworten geben, nach denen sich Menschen sehnen. Ob sie dann mit diesen Antworten zufrieden sind oder nicht, muss jeder selbst entscheiden. Wer die Gnade des Glaubens hat, soll sich glücklich schätzen.“

„Ich wünsche mir von der Kirche, dass sie Anregungen für unser Leben gibt, die Gläubigen stärkt und einlädt, gemeinsam gegen Unrecht vorzugehen. Ich bin sicher gegen eine Allgemeinverurteilung der Kirche, auch wenn die Kirche aus Menschen besteht, die natürlich Fehler machen.“

„Ich bin dankbar, dass sich Organisationen wie Missio Österreich mit der Kirche für die Schwachen und die Entrechteten einsetzen und dort helfen, wo Not am Mann ist. Die Kirche ist da, wenn keiner mehr da ist. Das ist wichtig, vor allem auch weil schnell und effektiv geholfen wird.“

OTTFRIED FISCHER

wurde am 7. November 1953 in Ornatsöd in Niederbayern geboren und besuchte eine Klosterschule bei Passau. Begonnen hat seine Karriere als Kabarettist in Fernsehshows und auf Bühnen in deutschen und österreichischen Städten. Bekannt wurde Ottfried Fischer als Schauspieler in deutschen Serien, wie „Ein Bayer auf Rügen“ oder „Der Bulle von Tölz“. Mehr als 10 Jahre spielte er die Hauptrolle in der Serie „Pfarrer Braun“, angelehnt an Chestertons Pater Brown. 2008 machte Fischer seine Parkinson-Erkrankung bekannt und spielt im 2019 erschienenen Film „Otto Neururer – Hoffnungsvolle Finsternis“ den an Parkinson erkrankten Pfarrer Anton.

„Das Vaterunser ist für mich das eindringlichste Gebet, das am direktesten vom Religionsschöpfer zu uns gekommen ist. Es sagt alles, was gesagt werden muss, wenn man ein gottgläubiger Mensch ist.“

„Papst Franziskus ist ein Segen in diesen Zeiten. Er steht für eine gute Kirche, für eine Kirche, die das lebt, was sie verkündigt. Wie ihn gibt es zum Glück viele Gläubige, die sich mit ihrem ganzen Leben für andere einsetzen.“

„Mich fasziniert Otto Neururer zutiefst: Er hat die Zivilcourage in beeindruckender Weise gelebt und sein Glaube hat ihn zu einem überzeugenden Menschen gemacht. Es braucht Vorbilder wie ihn in unserer Gesellschaft.“

„Die katholische Kirche ist für mich quasi ein weltanschaulicher Trachtenverein. Und ich spüre in mir, dass ich das in meinem Leben nicht auslassen kann und will. Für mich gehört die Kirche zu meinem Leben dazu.“

Ottfried Fischer mit Buch