08.06.2017

Pakistan: Gelynchter Student war kein "Gotteslästerer"

Zwei Monate nach dem Lynchmord an einem Studenten wegen vermeintlicher Gotteslästerung auf Facebook zeigen Ermittlungen, dass die Vorwürfe gegen das Opfer haltlos waren. In einem Untersuchungsbericht erklären Polizei und die Geheimdienste des Landes, der Mord an dem 23-Jährigen sei geplant gewesen. Verantwortlich machen die Behörden mehrere Angehörige der Universitätsfakultät. Sie sollen sich an Mashal Khan gerächt haben, weil dieser die Korruption an der Hochschule kritisierte, berichtet asianews.

Mitarbeiter und Studenten der Fakultät sollen dem Untersuchungsbericht zufolge den Mord bereits einen Monat vorher geplant haben und andere Studierende dazu gedrängt haben, die Vorwürfe der Blasphemie gegen Mashal Khan weiter zu streuen. Insgesamt 57 mutmaßlichen Tätern und Mittätern, darunter 12 Universitätsmitarbeitern droht nun eine Anklage.

Der Mord an dem Journalismusstudent am 13. April sorgte im ganzen Land für Entrüstung. Das Oberste Gericht von Pakistan hatte in dem Fall eine Untersuchung angeordnet, an dessen Ende der 300-seitige Bericht veröffentlicht wurde.

In Pakistan steht auf Gotteslästerung die Todesstrafe. In den vergangenen Jahren kam es zu Hunderten Anklagen wegen Blasphemie.
(rv)

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