14.06.2017

Kamerun: Kirche fordert Aufklärung nach Mord an Bischof

Die Bischöfe des Landes haben Medienberichte über die Todesursache des Kameruner Bischofs Jean-Marie Benoit Balla zurückgewiesen. Es sei „kein Selbstmord, sondern ein brutaler Mord“ gewesen. Das hat die Bischofskonferenz Kameruns am Dienstag bei einer außerordentlichen Vollversammlung erklärt.

Die Kirchenführer sprachen von einer „abscheulichen, nicht hinnehmbaren Straftat“, deren Umstände und Motive rasch aufgeklärt werden müssten. Die Behörden sollten die Täter finden und verurteilen, forderten die Bischöfe in einem Schreiben.

Der 58-jährige Bischof Balla galt seit dem 31. Mai als vermisst. Er wurde am 2. Juni in einem Fluss 90 Kilometer nördlich der Hauptstadt Yaounde gefunden worden. Der Apostolische Nuntius Piero Pioppo und zwei Bischöfe identifizierten den Leichnam. Medien berichteten zunächst, der Bischof habe Selbstmord begangen. Dies sei laut den ersten Ergebnissen der Autopsie, auf welche die Bischöfe verweisen, jedoch auszuschließen.

Anonymen Quellen zufolge hatte Bischof Balla Hintergründe über ungeklärte Priestermorde aufgedeckt, was ihm zum Verhängnis geworden sein könnte; erst vor vier Wochen war ein Priester seiner Diözese Bafia tot in seinem Schlafzimmer aufgefunden worden. Die Bischöfe erinnerten daran, dass in ihrem Land in der Vergangenheit bereits mehrere Kirchenvertreter ermordet wurden, ohne dass je ein Fall aufgeklärt wurde.
(rv)

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