09.05.2017

China: Untergrundbischof gestorben

Mit 97 Jahren ist der emeritierte Erzbischof von Guiyang in der chinesischen Provinz Guizhou, Anicetus Wang Chongyi, gestorben. Der Vatikan teilte am Montag mit, dass der langjährige Leiter der Erzdiözese bereits am 20. April starb.

Wang Chongyi, der 1919 geboren wurde, entstammte einer katholischen Familie. Mit 30 Jahren wurde er zum Priester geweiht. Während der Kulturrevolution der kommunistischen Regierung unter Mao Zedong in den 1960er- bis 70er-Jahren wurde Wang Chongyi festgenommen und musste neun Jahre lang Zwangsarbeit leisten. Von 1988 bis zu seinem Rücktritt Anfang 2015 war er Erzbischof von Guiyang. Dort leben nach Angaben des Vatikans derzeit 100.000 Gläubige, 23 Priester und 40 Ordensschwestern.

Erzbischof Anicetus Wang Chongyi gehörte zur katholischen Kirche in der Volksrepublik, die dem Papst treu gegenüber steht und als Untergrundkirche agieren muss, weil sie unter strenger staatlicher Überwachung steht. Daneben gibt es unter dem Dach der so genannten Patriotischen Katholischen Vereinigung eine offizielle staatstreue katholischen Kirche, deren Bischöfe in Teilen nicht vom Vatikan anerkannt werden.
(fides)

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