Selbsternannte Gotteskrieger

Islamistische Terroristen plündern und töten – hunderttausende Menschen auf der Flucht

allewelt Jänner/Februar 2021

Clementina Leonardo arbeitet als Lehrerin im Norden Mosambiks. Sie führt ein glückliches Leben mit ihren drei Kindern. Doch das ändert sich schlagartig, als islamistische Terroristen ihren Ort angreifen. Sie flieht mit ihren Kindern in den Busch und wagt sich erst Stunden später wieder heraus. Ihr Haus wurde von den Tätern zerstört, deshalb flieht sie in die fast 300 Kilometer entfernte Provinzhauptstadt Pemba. „Selbst auf der Flucht wurden wir noch angegriffen“, berichtete die Frau dem deutschen TV-Sender ARD. „Ich habe viele sterben sehen.“ Clementina und ihre Kinder sind mit ihrem Schicksal nicht allein: Tausende Menschen mussten so wie sie in den vergangenen Monaten vor dem Terror aus ihren Heimatdörfern fliehen.

Eine der ärmsten Nationen

Der ostafrikanische Staat Mosambik zählt zu den ärmsten Nationen der Welt. 2019 sorgten zusätzlich die Zyklone Idai und Kenneth für schwere Zerstörungen. Zwar verfügt das Land, in dem mehr als ein Viertel der Bevölkerung römisch-katholisch ist, über wertvolle Bodenschätze, aber davon profitieren nur die örtlichen Machthaber oder transnationale Unternehmen, die die Ressourcen ausbeuten.

„Die derzeitigen Hilfen reichen nicht aus, um den Menschen akzeptable Lebensbedingungen zu bieten.“

Roberto Maver

Islamistische Attacken vermehren sich

Und mittlerweile gibt es ein großes Problem in dem Land am Indischen Ozean: den islamistischen Terror. Die Täter kommen, plündern und töten auf grausame Weise – wie es auch Clementina miterleben musste. Zu den ersten Attacken kam es 2017, seitdem hat sich der Konflikt verschärft. Vor allem in den vergangenen Monaten brachten die Terroristen immer größere Landstriche im Norden des Landes unter ihre Kontrolle.

Laut Schätzungen gibt es mittlerweile 1.500 Todesopfer, mehr als 300.000 Menschen sind geflohen. Eine menschliche Tragödie zeichnet sich ab. „Die derzeitigen Hilfen von Privatleuten, Caritas und vom Staat reichen nicht aus, um diesen Menschen akzeptable Lebensbedingungen zu bieten“, berichtet der italienische Missionar Roberto Maver aus Mosambik.

Zahlreiche Hilfsorganisationen und Mitglieder kirchlicher Einrichtungen ziehen sich aufgrund der Gefahrenlage sogar immer weiter aus den kritischen Regionen zurück. „Am Anfang haben viele Ordensleute beschlossen, die Bevölkerung nicht im Stich zu lassen, sondern an ihrer Seite auszuharren. Als dann aber viele Menschen anfingen, die Flucht zu ergreifen, haben sich auch die meisten Ordensleute in sichere Gegenden zurückgezogen“, erzählt Maver.

Missio Österreich hingegen ist im Norden Mosambiks weiter präsent und aktiv. In Planung ist der Bau eines Krankenhauses, das rund 100.000 Menschen dringend notwendige medizinische Versorgung bieten wird: „Gemeinsam können wir mit unserem geplanten Sankt-Karl-Borromäus-Krankenhaus viele Leben retten“, sagt Missio-Nationaldirektor Pater Karl Wallner.

UNSERE ZAHL

bezieht sich auf einen Teil der papstwahlberechtigten Kardinäle

58 PAPSTWÄHLER KOMMEN AUS DEM GLOBALEN SÜDEN

Papst Franziskus hat vor Kurzem 13 Geistliche in den Kardinalsstand erhoben. Neun von ihnen haben die Altersgrenze von 80 Jahren noch nicht erreicht und dürften somit im Falle eines Konklaves den Papst wählen. Die Neuen stammen aus Ruanda, Chile, Mexiko, Italien, den USA und von den Philippinen. Insgesamt gibt es nun 232 Kardinäle weltweit. Davon sind 128 Geistliche jünger als 80 Jahre und gehören dem Kardinalskollegium an. Der Globale Süden ist dabei mit 58 Papstwählern besonders stark vertreten. 21 kommen aus Lateinamerika, je 17 aus Asien und Afrika sowie drei aus Australien/Ozeanien. 54 sind Europäer, darunter unser Kardinal Christoph Schönborn. 16 Wähler kommen aus Nordamerika. Unter den neu ernannten Kardinälen gibt es auch einen mit einem besonderen Österreich-Bezug. Antoine Kambanda aus Ruanda wurde jahrelang durch eine Priesterpatenschaft über Missio Österreich unterstützt. Durch Unterstützung aus Österreich konnte er Priester werden und die weitere Ausbildung bekommen.

Quelle: Vatican Press, Kathpress

Wussten Sie schon, dass …

im Irak junge Muslime christliche Kirchen wieder instand setzen?
Solidarität zwischen Religionen: Freiwillige säubern derzeit von IS-Terroristen zerstörte Gotteshäuser in Mossul. Damit wollen junge Menschen die Spuren dieser grausamen Herrschaft beseitigen und Christen, die vor der Schreckensherrschaft geflohen sind, zur Rückkehr einladen: „Wir wollen damit ausdrücken, dass die Christen zu diesem Land gehören“, wird einer der Freiwilligen von Vatican News zitiert.

in Kolumbien eine Protesthymne der indigenen Völker zum Hit wurde?

„Guardia Fuerza“ heißt das Lied der Selbstverteidigungsgruppe Guardia Indigena, das in den Sozialen Medien schon zehntausende Male angeklickt wurde. Produziert wurde es von namhaften kolumbianischen Sängern in Zusammenarbeit mit einem Orchester. Mittlerweile kennt das ganze Land das Lied. Denn es wurde bei einem mehrtägigen Protestmarsch der Indigenen immer dann gesungen, wenn die Gruppe Halt machte.

… Joe Biden erst der zweite katholische US-Präsident ist?
Wenn Joe Biden am 20. Januar 2021 vereidigt wird, wird er nicht nur der bei Amtsantritt älteste Präsident, sondern auch der erst zweite Katholik in diesem Amt sein. Der erste katholische Präsident war John F. Kennedy (von 1961 bis 1963). Biden sagt über sich selbst: „Ich bin so sehr kultureller Katholik, wie ich gläubiger Katholik bin.“