Die Kirche in Tansania

Mit dem Kilimandscharo, dem höchsten Berg Afrikas, dem Tanganjikasee, dem längsten und tiefsten See des Kontinents und der Serengeti, einem der bekanntesten Nationalparks der Erde, ist Tansania buchstäblich ein Land der Superlative. Die Vielfalt der Natur und die bunte Mischung aus Ethnien und Sprachen ist wirklich überwältigend. Genau das macht die touristische Anziehungskraft Tansanias aus. Doch gemessen an den wirtschaftlichen Kennzahlen ist Tansania tatsächlich eines der ärmsten Länder der Welt. Trotz umfangreicher Entwicklungsmaßnahmen und konsequenter Reformpolitik steht das Land vor großen sozialen Herausforderungen.

Eine Kirche mit langer Tradition

1499 markiert die Ankunft der portugiesischen Flotte unter dem Kommando Vasco da Gamas auf Sansibar den Beginn der Missionstätigkeit der Kirche. Mit an Bord der Flotte waren auch Augustinerpatres, die auf Sansibar und an den Küstenregionen missionierten. Die zweite Missionierungswelle war getragen von drei Orden, die sich gegen die Sklaverei einsetzten: die „Väter vom Heiligen Geist“, die Gesellschaft der Missionare von Afrika, aufgrund ihrer Kleidung auch „weiße Väter“ genannt, und die Benediktiner der Erzabtei St. Ottilien. Als sie darangingen, Sklaven freizukaufen und sie zu unterrichten, waren Spannungen mit den arabischen Händlern vorprogrammiert.

Für die Menschen

Die ersten Katechisten Tansanias waren ehemalige Sklaven. Sie hatten nicht nur den Vorteil, die Sprachen und Bräuche der Bevölkerung zu kennen, sie waren auch wichtige und angesehene Vorbilder für ihre Landsleute. Nach den beiden Weltkriegen kamen weitere Missionsorden in das Land. Ihr soziales Engagement prägt die Gesellschaft bis heute in hohem Maße. Die wichtigsten und größten Spitäler des Landes werden von Ordensgemeinschaften betrieben. Von der Kirche geführte Kindergärten, Schulen, Waisenhäuser und Projekte, die die Rechte der Frauen stärken, tragen wesentlich zu einer besseren Grundversorgung der Bevölkerung bei.

Die Kirche - Anwältin der Frauen

Gewalt gegen Frauen ist noch immer weit verbreitet. Vor allem die brutale Tradition der Genitalverstümmelung trifft viele Mädchen in den ländlichen Gebieten des Landes. In der Diözese Musoma, im Nordosten Tansanias, hat Bischof Michael Msonganzila dieser Praktik den Kampf angesagt. Er sieht die Kirche als Anwältin der Frauen, die für sie Gerechtigkeit einfordert. Daher hat er ein diözesanweites Programm zur Beendigung von Genitalverstümmelung an Frauen (Stop-FGM) gestartet. Dabei setzt er auf Bildung, Zugang zu medizinischer Versorgung und Camps, wohin sich die jungen Frauen flüchten können, wenn sie bedroht werden. In der Vermittlung des christlichen Glaubens ist die „Theologie des Leibes“, das Vermächtnis des seligen Papstes Johannes Pauls II., sehr hilfreich und inspiriert die Arbeit.

Christlicher Initiationsritus

Die Mädchen bleiben drei Monate im Camp, bis die akute Gefahr vorüber ist. Am Ende steht eine kirchliche Feier mit einem christlichen Initiationsritus, denn Bischof Michael weiß, dass man Traditionen nicht abschaffen kann, ohne einen Ersatz anzubieten. Auch die Eltern der Mädchen sind zur Feier eingeladen und jedes bekommt zum Schluss ein Geschenk und ein Zertifikat, das bestätigt, dass sie den Schritt ins Frausein gemacht haben, obwohl sie nicht an den Genitalien beschnitten worden sind. Mission bedeutet für Bischof Michael hinausgehen, Verantwortung übernehmen und sich für das Evangelium zu engagieren. In direkter Weise tun dies die Priester, Ordensleute und alle engagierten Getauften durch ihre Worte und ihr Tun. Eine indirekte Evangelisierung findet dort statt, wo die Kirche in Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen die christlichen Werte mit einbringt.

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