Die Kirche in Myanmar

Das „Land der goldenen Pagoden“, so wird die ehemalige britische Kolonie in Südostasien oft genannt. Myanmar, das ehemalige Burma, ist in den letzten Jahren ein sehr beliebtes Reiseziel für Touristen geworden. Unter Asien-Kennern gilt es als das asiatische Land schlechthin.

Doch die vielgepriesene Ursprünglichkeit ist oft nichts anderes als bittere Armut. Einst gehörte Myanmar zu den wohlhabendsten Ländern Asiens, heute es eines der ärmsten Länder dieser Welt. Laut dem Human Development Index liegt es hinter Pakistan und Bangladesch an 149. Stelle von 187 erfassten Staaten (UNDP 2012).

Hoffnung nach der Diktatur

Myanmar ist ein Vielvölkerstaat. Rund 54 Millionen Einwohner, die 135 verschiedenen Ethnien angehören, leben auf einer Fläche, die etwa acht Mal so groß ist wie Österreich. Birmanisch, die Sprache der größten Volksgruppe, ist Amtssprache, während Englisch im Geschäftsleben gesprochen wird. Seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1948 kommt es immer wieder zu gewaltsamen Konflikten zwischen der Zentralregierung und den ethnischen Minderheiten, die für mehr Rechte und Autonomie kämpfen.

Aufgrund bürgerkriegsähnlicher Zustände in verschiedenen Landesteilen kam es 1962 zum Militärputsch durch General Ne Win. Zwei aufeinanderfolgende Militärregime führten das Land in die totale Isolation und in den wirtschaftlichen Ruin. Seit 2011 befindet sich Myanmar in einem historischen Reform- und Öffnungsprozess, den der neue Präsident Thein Sein angestoßen hat.

Nach jahrzehntelangem Hausarrest darf sich die Führerin der Opposition, Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, wieder politisch betätigen. Für die kommenden Präsidentschaftswahlen 2015 ist sie die große Hoffnungsträgerin für Demokratie, ob sie auch antreten darf, ist aber noch ungewiss.

Kirche in der Minderheit - Minderheitenkirche  

Ganz Myanmar ist von einer tiefen Religiosität geprägt. Während 89 Prozent der Bevölkerung sich zum Buddhismus bekennen, umfasst die katholische Kirche in Myanmar gerade einmal ein Prozent der Gesamtbevölkerung. Als eigentliches Gründungsjahr der katholischen Kirche gilt 1722. Damals wurden zwei italienische Missionare aus dem Orden der Barnabiter in die heutigen Gebiete der Shan und der Mon gesandt. Heute hat Myanmar 3 Erzdiözesen und 13 Bistümer.

Nach ihrer Machtergreifung vor 50 Jahren ließ die kommunistische Militärregierung alle kirchlichen Schulen und Krankenstationen zwangsenteignen und verstaatlichen. Wenig später wurden alle ausländischen Missionare, die den Großteil der Priester vor Ort stellten, des Landes verwiesen, sofern sie nicht schon vor der Unabhängigkeit eingereist waren. Neue Gotteshäuser durften fortan nicht mehr gebaut werden, die öffentliche Glaubensverkündigung war ebenfalls verboten. Die Militärregierung rechnete mit einem baldigen Verschwinden der Kirche.

Doch aller Diskriminierung zum Trotz nahm die Anzahl der Gläubigen gerade unter den ethnischen Minderheiten zu. Unter dem starken Druck eines buddhistisch geprägten Regimes war der katholische Glaube identitätsstiftend.

Die Kirche fördert die nächste Generation

Mit der Öffnung des Landes erhielt auch die Kirche mehr Freiheiten. Nach Lockerung der Zensurbestimmungen erschienen bereits die ersten Pfarrblätter. Dennoch darf die Kirche bis heute offiziell keine Schulen und Spitäler betreiben. Deshalb konzentriert sie sich auf den außerschulischen Bildungsbereich und betreibt Internate und Lerncamps. Dort wenden junge, von der Kirche ausgebildete Lehrer moderne Unterrichtsmethoden an. Und obwohl Ordensangehörigen der Zugang zu medizinischen Berufen von Seiten des Staates noch immer verwehrt wird, betreut die Kirche Menschen mit Behinderung und Leprakranke.
 
Kein anderes asiatisches Land hat so viele Binnenvertriebene und Flüchtlinge. Sie fliehen aus wirtschaftlichen Gründen oder wegen der Bürgerkriege in die benachbarten Länder Thailand und Bangladesch. Ihnen steht die Kirche mit Heimen, Unterricht und durch Seelsorge bei. Sie steht an der Seite der Ärmsten der Armen.

Der unerwartete Aufbruch

Noch vor wenigen Jahren herrschte in Myanmar eine der schlimmsten Diktaturen der Welt. Lesen Sie in "alle welt" die Reportage über das Land im Aufbruch.
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