Indien - Land der Superlative 

Bis zum Jahr 2030 soll Indien das bevölkerungsreichste Land der Erde werden und China, das Reich der Mitte, auch in punkto Wirtschaftswachstum einholen.

Mit einer Fläche von rund 3,3 Millionen Quadratkilometer ist Indien darüber hinaus der siebtgrößte Staat der Welt. Vielfältig ist seine Bevölkerung: In dem Vielvölkerstaat werden laut einer Studie mindestens 780 Sprachen gesprochen und 66 Schriften benutzt. Dazu kommt eine bunte Mischung an Religionen, was das Zusammenleben der Bevölkerung nicht immer einfach macht. Immer wieder werden die Unterschiede für politische Interessen instrumentalisiert.

2008 wüteten im Bundesstaat Orissa extremistische Hindus gegen Christen. An die hundert Menschen wurden ermordet, mehr als 50.000 wurden vertrieben. Die Wurzel für die Spannungen liegt im Kastensystem: Viele Christen entstammen der untersten Kaste der Dalits. Durch die Taufe entkommen sie aber dem indischen Kastenwesen und entziehen sich dem Zugriff der höheren Kasten.

Ein weiterer Grund für die gezielte Verfolgung ist die Angst vor dem Wachstum des Christentums und seine internationale Vernetzung. Dieser radikale Hinduismus, der sich vorwiegend in einer Sekte vergleichbaren Rashtriya Swayam Sevak Sangh organisiert,verfolgt auch Muslime, weil diese Bevölkerungsgruppe noch schneller wächst. Zur großen Mehrheit der Hindus pflegen die Christen aber in der Regel ein ausgesprochen herzliches Verhältnis.

Soziale Gegensätze

Indiens Gesellschaft ist von extremen sozialen Gegensätzen gezeichnet. Trotzdes rasanten Wirtschaftswachstums müssen mehr als 80 Prozent der Menschen mit weniger als zwei US-Dollar pro Tag auskommen. Auch daran ist das extrem undurchlässige gesellschaftliche Gefüge, das noch immer durch das Kastenwesen bestimmt ist, Mitschuld.

Offiziell wurde das Kastenwesen mit der Verfassung von 1949 zwar abgeschafft, doch prägt es noch immer maßgeblich das soziale Leben. Rein theoretisch ist es heute jedem Inder möglich, jeden Beruf anzustreben. Die Praxis sieht anders aus. Geheiratet wird nur innerhalb der eigenen Kaste. Man darf nur den Beruf seiner Kaste ergreifen. Zirka 240 Millionen Menschen zählen zu den Kastenlosen. Sie bezeichnen sich selbst als Dalits („Gebrochene“), früher wurden sie „Unberührbare“ genannt.

Weitere hundert Millionen Menschen zählen zu der ebenfalls benachteiligten Stammesbevölkerung, die sich selbst als Adivasi – „die, die als Erste hier waren“– bezeichnen. Für beide Gruppen gibt es eine Reihe von Schutzbestimmungen wie etwa Quoten bei Studienplätzen und im öffentlichen Dienst, was auf erbitterten Widerstand aus den Reihender hohen Kasten stößt.

Situation der Frauen

Frauen sind in Indien strukturell diskriminiert und werden systematisch benachteiligt. Auf vielfache Weise sind sie Gewalt ausgesetzt: Kindsmord an weiblichen Babys, Eltern, die ihren Töchtern medizinische Versorgung und Nahrung verweigern, Vergewaltigungen und Mitgiftmorde prägen die Lebenswirklichkeit vieler indischer Frauen, insbesondere jener aus den untersten Kasten.

Nur wenige Mädchen dürfen in die Schule gehen oder eine Ausbildung absolvieren. Die Hochzeit ist der wichtigste Tag im Leben vieler Inderinnen, doch nur derjenigen, die sich das leisten können. 95 Prozent der Ehen sind arrangiert, häufig sind es Kinder,die verheiratet werden. Eigentlich ist auch das Mitgiftsystem verboten, wird aber nach wie vor praktiziert. Weil die Mitgift die Eltern der Braut häufig in den Ruin stürzt, sind Töchter unerwünscht und Menschen zweiter Klasse.

Die Kirche setzt sich für Frauen ein und hat bereits wichtige Beiträge zur Verbesserung ihrer Situation geleistet. Alphabetisierungskurse und Gesundheitsprogramme, vor allem im ländlichen Raum, wo die Analphabetenrate der Frauen 80 Prozent beträgt, sind ein erster Schritt. Mit Ausbildungsprogrammen sollen Kinderehen, Mädchenhandel und Abtreibungen weiblicher Föten eingedämmt werden.

Die indischen Bischöfe setzten 1992 die Anliegen von Frauen auf ihre Tagesordnung und richteten als erste asiatische Bischofskonferenz eineigenes Frauenreferat ein, das 1996 in den Rang einer Kommission erhoben wurde.

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