Gott hat einen Plan mit uns

Er war Anhänger von Mao und sagt von sich selbst, dass er einer der Hauptaktivisten der 1968er-Jahre war, bis ihm bewusst wurde: Es gibt etwas Tieferes. Schauspieler Michael König ist überzeugt davon, dass Gott einen Plan mit den Menschen hat. Und dass in Christus alles aufgehoben ist.

allewelt September/Oktober 2020

Michael König mit einer Krone

„Ich bin in einer katholischen Familie groß geworden. Ich war oft bei meiner Großmutter und habe als Kind mit ihr oft den Rosenkranz gebetet. Durch sie war ich sehr nah dran am heiligen Geschehen.“

„In Christus ist die gesamte Fülle der Wahrheit und alles ist in Ihm aufgehoben, auch die Kleinheiten und Unvollkommenheiten, die Schäbigkeiten des Menschen. Er, die zweite Person der göttlichen Dreifaltigkeit, ist den Weg mit uns bis zum Ende gegangen: Ecce Homo – das ist der Mensch!“

„Irgendwann sagte ich zu meiner Frau Claudia: Mich beschäftigt seit langem das Fehlen einer Rückbindung, eines grundlegenden Lebenssinns. Ich glaube an Gott und möchte wieder in die katholische Kirche eintreten. Da fing sie zu weinen an und sagte, sie empfinde das auch so. Also traten wir gemeinsam in Berlin wieder in die Kirche ein.“

Michael König

begann seine Theater-Laufbahn an der Otto-Falckenberg-Schule in München und erhielt 1966 sein erstes Theater-Engagement an den Münchner Kammerspielen. Ab 1970 gehörte er zum Kern des Ensembles der Berliner Schaubühne und wirkte meist in der Hauptrolle in zahlreichen Inszenierungen, unter anderen von Peter Stein. Er war 16 Jahre Ensemblemitglied am Burgtheater in Wien. Heute wirkt er als Ensemblemitglied am Theater in der Josefstadt. Neben seiner regen Theatertätigkeit spielte er bereits in mehr als 100 Kino-, TV- und ungezählten Hörfunkproduktionen mit. Er wurde mit dem Deutschen Bundesfilmpreis ausgezeichnet.

„Ich hatte das große Glück, dass ich zum rechten Zeitpunkt die richtigen Leute getroffen habe. Dadurch konnte ich eine solche Fülle von wirklich großen Theater-Arbeiten machen. Das ist eine wunderbare Fügung, ein Geschenk, das mir zugefallen ist. Aber in dieser Zeit war ich von Gott weit entfernt.“

„Eines Tages wurde mir plötzlich klar, dass die Vorstellung, dass der Mensch das Paradies hier auf Erden schaffen kann, nicht nur falsch ist, sondern sogar die Hölle gebiert.“

„Ich stellte mir als Kind die Seele wie ein gespanntes, weißes Leintuch vor. Das ist die heiligmachende Gnade. Dann kommen im Leben die schlechten Neigungen dazu, und die Seele wird immer schmutziger. Aber in der Beichte wird sie dann wieder strahlend weiß.“

„Die Erlösung kann nicht das Werk des Menschen sein. Der Mensch ist beschränkt und neigt zur Sünde, aber er hat auch eine Bestimmung. Gott hat einen Plan mit uns.“

Portrait von Michael König