Menschenhandel ist kein Problem der Vergangenheit

Handel mit der „Ware Mensch“ ist ein Milliardengeschäft. Die Kirche will mit dem „Internationalen Tag des Gebets und der Reflexion gegen Menschenhandel“ am 8. Februar die Gesellschaft wachrütteln. „In Österreich schweigt man zum Thema Menschenhandel“, sagt Missio-Diözesandirektor Heinz Purrer. Seit Jahren setzt er in Oberösterreich starke Aktionen, um dieses Schweigen zu durchbrechen.

Sklaverei und Menschenhandel wurden offiziell abgeschafft und doch sind sie präsenter denn je. Millionen von Menschen weltweit sind Opfer von Menschenhandel. „Viele Leute in Österreich glauben, dass dieses Problem Vergangenheit ist“, sagt Missio-Diözesandirektor Heinz Purrer anlässlich des „Internationalen Tag des Gebets und der Reflexion gegen Menschenhandel„, den Papst Franziskus 2015 eingeführt hat. Purrer nimmt gerade die Medien in die Pflicht, um über dieses „Verbrechen gegen das Mensch-Sein“ zu berichten: „Es braucht Bewusstseinsbildung und ein Wachrütteln der Menschen. Wie soll das Thema sonst in den Köpfen der Menschen präsent werden?“ Deshalb setzt er seit vielen Jahren ganz konkrete Aktionen, um die Österreicherinnen und Österreicher dafür zu sensibilisieren, wie real und aktuell Menschenhandel in unserem Land ist.

Purrer mahnt zu mehr „Verantwortung und Respekt gegenüber jedem Menschen“, für ihn ist Menschenhandel ein Problem, das die ganze Gesellschaft betrifft: „Für viele ist es nicht schlimm, in ein Bordell zu gehen. Dass die meisten Frauen in diesem Gewerbe aber nicht aus Vergnügen oder gar freiwillig arbeiten, ignorieren die Freier“, sagt der Missio-Diözesandirektor. Angelockt von falschen Versprechungen kommen junge Frauen aus Osteuropa, Afrika und Asien nach Österreich. Doch hier angekommen, werden sie ausgebeutet, unterdrückt und misshandelt. „Die Frauen und Mädchen brauchen konkrete Hilfe. Sie haben dieselbe Würde wie jeder andere Mensch. Wir als Christinnen und Christen müssen da ein Beispiel in der Gesellschaft sein. Ein Beispiel der konkreten Nächstenliebe!“, appelliert Heinz Purrer.

Initiative in Linz

Den morgigen „Internationalen Tag des Gebets und der Reflexion gegen Menschenhandel“ begeht Missio-Diözesandirektor Heinz Purrer mit einer Heiligen Messe um 17:30 Uhr in der Karmelitenkirche in Linz.

Er wird seine eigens komponierte Messe zu Ehren der Patronin aller versklavten Menschen, der Heiligen Josephine Bakhita, spielen. Papst Franziskus hatte vor 5 Jahren den Gedenktag der ehemaligen Sklavin und späteren Ordensfrau aus dem Sudan zum Weltgebetstag gegen Menschenhandel erklärt.

Im Anschluss an die Heilige Messe findet in der Pfarre Heilige Familie in Linz eine Filmvorführung statt. Die Dokumentation „Nefarious“ beleuchtet, warum es Menschenhandel gibt, warum dieses Geschäft so boomt und was Menschen und Staaten dagegen tun können.

Missio Österreich gegen Menschenhandel

Die Päpstlichen Missionswerke in Österreich unterstützen seit vielen Jahren Projekte in Afrika und Asien, die aktiv gegen Menschenhandel kämpfen. „Ich durfte selbst in Kenia unsere Partner kennenlernen, die junge Frauen aus dem Menschenhandel befreien, die sie aus der schlimmsten Realität retten, die man sich vorstellen kann“, sagt Missio-Nationaldirektor Pater Karl Wallner. „Ich war erschüttert von den Gesprächen mit den jungen Menschen, die Opfer von Menschenhandel wurden. Sie brauchen oft noch Jahre, um ihre Traumata zu verarbeiten.“

Ordensschwestern, Priester und vor allem auch Laien retten in den unterstützten Projekten junge Männer, Frauen und Kinder aus den Fängen von Menschenhändlern, leisten Bewusstseinsbildung und Präventionsarbeit, und begleiten gemeinsam mit Psychologen die jungen Menschen in ein neues Leben. „Damit leistet die Kirche in Afrika und Asien wirklich Großes. Viele Frauen bekommen durch die kirchliche Unterstützung neue Perspektiven und konkrete Hilfestellungen für ihr Leben“, betont Wallner.

Helfen Sie uns im Kampf gegen den Menschenhandel!

Spenden Sie jetzt!