Die richtige Antwort auf die Katastrophe

Im Sommer ereignete sich vor der Trauminsel Mauritius ein Tankerunfall und verursachte ein großes ökologisches Desaster. Die katholische Kirche sensibilisiert nun die Menschen in Umweltfragen.

allewelt März/April 2021

Es ist die größte Demonstration, die seit 40 Jahren in dem Touristenparadies Mauritius im Indischen Ozean stattgefunden hat: Mehr als 70.000 Menschen sind in der Hauptstadt Port-Louis mit Bannern ölbedeckter Delfine auf die Straße gegangen und haben ihrer Wut freien Lauf gelassen. Was ist passiert?

Die Insel Mauritius ist bekannt für das türkisblaue Meer und die langen Sandstrände. In der Lagunenlandschaft gibt es Naturreservate, in denen teilweise vom Aussterben bedrohte Korallen- und Fischarten leben. In diesem Idyll geschieht am 25. Juli 2020 ein folgenschweres Unglück: Der japanische Frachter „MV Wakashio“ läuft in voller Fahrt auf das Korallenriff vor der Küste auf, zerbricht und verliert 1.000 Tonnen Öl. Der Vorderteil des Schiffes wird später unweit der Insel versenkt. Wenig später werden tote Delfine und Wale angetrieben.

Reinigungsarbeiten noch im Gang

Auch Monate später dauern die Reinigungsarbeiten noch immer an, doch zumindest sind die beliebtesten Strände wieder öffentlich zugänglich. Auch Schwimmen und Tauchen ist wieder erlaubt. Fischen, für viele Inselbewohner eine wichtige Einnahmequelle, ist hingegen noch verboten. „Die Menschen auf Mauritius haben sehr hart, freiwillig und großzügig gearbeitet, um zu versuchen, das Gebiet zu säubern, aber leider ist großer Schaden angerichtet worden. Das Leben der Fischer, die an der Küste leben, ist völlig aus den Fugen geraten, weil alles mit dem Meer verbunden ist“, sagt der Erzbischof der Hauptstadt Port-Louis, Kardinal Maurice Piat, im Interview mit Radio Vatikan.

„Jeder kann und soll mithelfen, keine weiteren größeren Umweltschäden zu verursachen.“

Kardinal Maurice Piat

Kirche engagiert sich

Das Unglück zeigt auf dramatische Weise, wie unumkehrbar der Schaden sein kann, wenn man die Umwelt nicht schützt. Und genau darauf macht die katholische Kirche auf Mauritius aufmerksam und hilft engagiert bei der Umwelterziehung mit. „Jeder kann und soll mithelfen, keine weiteren größeren Umweltschäden zu verursachen“, so der Kardinal. Wie das funktioniert? „Wir haben mit viel Aufklärungsarbeit begonnen, beispielsweise gegen Einweg-Plastikgegenstände, die in unseren Meeren und auf den Stränden landen. Auf Mauritius produzieren wir jährlich etwa 100 Millionen Plastikflaschen, das ist eine enorme Menge. Wir wollen die Regierung auch dazu drängen, Gesetze über die Verwendung von Plastik zu erlassen, weil Plastik zu einer großen Bedrohung für das Land und das Meer wird“, erklärt der Kardinal.

An den katholischen Schulen gibt es nun ökologische Erziehung. Wie das in der Praxis aussieht, erklärt Salesianerpater Maurizio Rossi, der eine Schule leitet: „Ich sage immer: ‚Mauritius gehört nicht Mauritius, sondern der Menschheit!‘ Es ist wichtig zu verstehen, wie wichtig der Schutz der Erde ist. In der Schule, die ich leite, sprechen wir häufig mit den Schülern darüber, um eine neue Mentalität zu schaffen. Wir dürfen nicht nachlassen, sondern müssen weitermachen!“

UNSERE ZAHL

zeigt, wie gefährlich 2020 das Leben der Männer und Frauen in der Kirche war.

20 KIRCHENMITARBEITER STARBEN GEWALTSAM

2020 sind laut einer Statistik des vatikanischen Pressedienstes „Fides“ 20 Frauen und Männer der Kirche gewaltsam ums Leben gekommen: sechs Laienmissionare, acht Priester, drei Ordensschwestern, ein Ordensmann sowie zwei Seminaristen. Am gefährlichsten war es in Lateinamerika und Afrika. Acht Menschen wurden auf dem amerikanischen, sieben auf dem afrikanischen Kontinent umgebracht. In Asien starben drei Personen. In Europa gab es zwei Todesfälle, beide in Italien. In Como tötete ein Mann mit psychischen Problemen einen Priester; im sizilianischen Riposto starb ein Ordensmann bei einem Brandanschlag auf eine Einrichtung für Drogenabhängige und Aids-Kranke. Die Taten in Italien zeigen auch: Nicht alle gewaltsamen Todesfälle bei Kirchenmitarbeiterinnen und -mitarbeitern stehen in Zusammenhang mit ihrem christlichen Bekenntnis. Einige der Getöteten wurden Opfer von Raubüberfällen oder kamen bei allgemeinen Gewaltakten ums Leben.

Quelle: Vatican News, Kathpress

Wussten Sie schon, dass …

… die Schweizergarde ihren Truppenbestand erhöht hat?
Die Päpstliche Schweizergarde ist für die Sicherheit des Papstes im Vatikan zuständig. Da die Anforderungen immer höher werden, wurde das Personal aufgestockt. Mit Jahresbeginn traten 15 neue Rekruten ihre Grundausbildung im Vatikan an. Damit ist die Schutzeinheit nun 134 Mann stark.

die Christen im Irak ihren enteigneten Besitz zurückbekommen sollen?

Von offizieller Seite werden weitere Schritte gesetzt, um Gerechtigkeit wiederherzustellen und Verstöße gegen die Eigentumsrechte der „christlichen Brüder“ zu beenden, zu denen es in den vergangenen Jahren gekommen ist. Dazu können Christen illegale Enteignungen von Immobilien und Grundstücken bis Ende des nächsten Ramadans (Mitte Mai) melden. Ein Ausschuss wird die Beschwerden prüfen. Die Aktion gilt auch für jene christlichen Familien, die in den vergangenen Jahren aus dem Irak geflüchtet sind.

… „Space-X“-Astronaut Victor Glover die Bibel mit ins All nahm?

Glover ist Teil der Besatzung, die mit einer „Space-X“-Rakete im November 2020 an die Station ISS angedockt hat. Der US-Amerikaner ist sehr gläubig und sagte in einem Interview vor dem Start ins All: „Ich habe Kelche für ein Abendmahl und eine Bibel im Gepäck. Wir haben eine gute Internet-Verbindung, und ich werde wohl das machen, was ich auch sonst tue: einen Gottesdienst online mitfeiern, in der Bibel lesen und beten.“

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