Keine Spur von Priestermangel

Die Priesterseminare in Uganda platzen seit einigen Jahren aus allen Nähten, mit einer Fülle von Kandidaten, die jedes Jahr zur Ausbildung zugelassen werden. Dringende Renovierungsarbeiten und Vergrößerungen stehen an. 

Ein Bericht von Jutta Becker

Trotz der Corona-Pandemie nimmt die Zahl der Berufungen nicht ab. Bereits 2018 sagte der verstorbene Erzbischof Cyprian K. Lwanga von Kampala, dass ein neues Priesterseminar leicht gefüllt werden könnte, weil es so viele Berufungen gibt. Die ursprünglichen Pläne, ein neues Seminar zu errichten, werden jedoch vorerst verworfen, da viele Genehmigungsprozesse durchlaufen werden müssten, unter anderem die Freigabe aus Rom, bevor ein neues Seminar eröffnet werden könnte. Da die jetzigen Priesterseminare schon jetzt nicht alle Seminaristen in geeigneter Weise unterbringen können, wird immer deutlicher, dass zunächst ein Ausbau notwendig ist. Außerdem haben schwere Stürme einige Schäden am Hauptgebäude des Priesterseminars in Kampala verursacht.

Neue Kandidaten aus allen Diözesen

Der Hilferuf unserer Rektoren und der Bischöfe erreichte uns Ende 2020. Die Corona-Pandemie hat das laufende Studienjahr 2020/2021 erheblich durcheinander gewirbelt. Die langen Zeiten des Lockdown haben den normalen Seminarbetrieb gestört. Ein Teil der Seminaristen kehrte Ende 2020 zur Ausbildung zurück. Die letzten Prüfungen fanden im April/Mai 2021 statt. Doch die Telefone der Rektoren stehen nicht still, die Bischöfe haben bereits neue Kandidaten aus allen Diözesen, die dringend in den drei Priesterseminaren untergebracht werden müssen. Doch es gibt keinen Platz mehr. Verschärft wird die Situation dadurch, dass der Lockdown dazu geführt haben, dass wir zwei Gruppen von Kandidaten in Wartestellung haben. Als wir im Oktober 2020 wieder öffneten, mussten einige Seminaristen in Notquartieren untergebracht werden.

Jutta Becker

„Jetzt ist klar, dass wir dringend helfen müssen,

neue Zimmer zu bauen.“

Jutta Becker, Missio Österreich

Bauarbeiten im St. Mary’s Ggaba Seminar

Im St. Mary’s Ggaba Seminar im Herzen von Kampala soll der älteste Block mit fast 28 Zimmern komplett saniert werden, da die Räume und sanitären Anlagen nach 40 Jahren überall grobe Schäden aufweisen. Nach der Sanierung und dem Umbau wird ein Stockwerk aufgesetzt, so dass zukünftig insgesamt 50 Studenten in diesem Wohnheim untergebracht werden können. Diese Lösung mit einem zweistöckigen Gebäude war notwendig, da das Gelände bereits voll erschlossen ist und kein weiteres Grundstück für weitere Neubauten zur Verfügung steht.

Zusätzlich zu dieser dringenden Renovierung und Erweiterung wurde das Hauptgebäude mit Speisesälen, Klassenräumen und Büros im Laufe der Jahre während der Regenzeit bereits stark beschädigt. Das Dach ist an verschiedenen Stellen undicht. Eines Tages lief sogar Wasser vom Dach direkt in den Kelch bei der Konsekration während der Messe. Nach einem schrecklichen Sturm Anfang des Jahres wurden alle Dachplatten komplett zerstört.

Father Lazarus Luyinda in Kampala ist dabei, die Verträge mit den Bauingenieuren abzuschließen und hofft, noch diese Woche mit den Arbeiten am zerstörten Dach des Hauptgebäudes beginnen zu können. Die strengen Corona-Regeln werden hier eine weitere Herausforderung sein. Beten wir, dass es nicht noch schlimmer wird, denn die medizinische Versorgung in Uganda ist bereits an ihren Grenzen.

Platzmangel im St. Paul’s National Seminar

Im Priesterseminar im Westen des Landes (St. Paul’s National Seminary – Fort Portal) ist die Situation ähnlich. In den letzten zwei Jahren wurden alte Wohngebäude saniert, wie vor allem die Wohnblöcke der hier unterrichtenden Priester, die mit gefährlichem Asbest überdacht waren. Aber es gibt auch keine Zimmer mehr für die neuen Studenten, die im September erwartet werden. Die Bischöfe rufen immer wieder die Rektoren an, bitte, ihr müsst noch meine Seminaristen aufnehmen. Nun soll mit Hilfe von Missio auch hier ein neues Studentenwohnheim mit insgesamt 26 Zimmern für Seminaristen gebaut werden. Außerdem soll ein Haus für die Lehrer fertiggestellt und eine neue Waschküche gebaut werden.

Father Vincent Muhindo hat uns bereits die ersten Fotos von der Vermessung des neuen Blocks geschickt. Auch die Fundamentarbeiten haben bereits begonnen.

Vermessungsarbeit

Mit großen Schritten ins neue Studienjahr

Im September startet das neue Studienjahr. Dank der Unterstützung aus Österreich konnten die Bauarbeiten in beiden Seminaren beginnen, aber weitere Hilfe wird dringend benötig, um den Neubau der Studentenzimmer so schnell wie möglich abschließen zu können. Vorübergehend wohnen einige Seminaristen in Notunterkünften. Viele Zimmer sind doppelt belegt. Aber um sich wirklich auf ihr Studium konzentrieren zu können, ihre Privatsphäre und ihr individuelles geistliches Leben zu fördern, brauchen die Studenten ein eigenes Zimmer.

„Ein herzliches Dankeschön für Ihre großzügige Unterstützung! Dank Ihnen finden jetzt alle Seminaristen Platz und wir können ruhiger ins neue Studienjahr starten.“

Father Lazarus Luyinda, Rektor vom Seminar St. Mary's Ggaba
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