Das Leben selbst in die Hand nehmen

Junge Menschen in Brasilien sind oft perspektivlos, ohne Chancen für die Zukunft. Kalasantiner-Pater Felix Poschenreithner setzt sich seit 2003 für Jugendliche ein. Er will den jungen Menschen ein Leben in Würde ermöglichen und ihnen helfen, ihre Zukunft selbst zu gestalten.

Ich kam ganz zufällig nach Brasilien“, erzählt Pater Felix Poschenreithner: „Unser Orden war immer auf Österreich beschränkt und Gott hat das dann so geführt, dass ich schließlich nach Brasilien kam.“ Mittlerweile hat der Orden der Kalasantiner seine Arbeit in Südamerika wieder beendet, Pater Felix durfte jedoch bleiben. Als Pfarrer einer kleinen Pfarre am Rand der Ein-Millionen-Stadt Nova Iguaçu, einem „Vorort” von Rio de Janeiro, hilft er seit 16 Jahren besonders benachteiligten Jugendlichen. „Die größte Herausforderung ist die Perspektivenlosigkeit der jungen Menschen. Sie haben keine Träume oder Pläne für die Zukunft und das macht die Arbeit oft sehr schwierig“, beschreibt Pater Felix die Situation in den Slums der Großstadt.

Pater Felix Poschenreithner

STECKBRIEF PATER FELIX

KOMMT AUS: Dorfstetten in Niederösterreich

MISSIONAR IN: seit 2003 Nova Iguaçu, Brasilien

ORDEN: Kalasantiner (COP)

HAUPTAUFGABENGEBIET: Jugendarbeit, Pfarrpastoral

PERSPEKTIVEN SCHAFFEN

Den Schwerpunkt seiner Arbeit legt der gebürtige Niederösterreicher auf die geistliche, aber auch die soziale Unterstützung der Jugendlichen in Brasilien. Ganz nach dem Vorbild des Ordensvaters Pater Anton Schwartz Perspektiven schaffen den Schwerpunkt seiner Arbeit legt der gebürtige Niederösterreicher auf die geistliche, aber auch die soziale Unterstützung der Jugendlichen. Ganz nach dem Vorbild des Ordensvaters Pater Anton Schwartz.

Pater Karl Wallner

„Pater Felix hat in seiner Arbeit mit großen Hindernissen zu kämpfen. Es beeindruckt mich, wie er dabei auf Gottes Pläne vertraut.“

Pater Karl Wallner
Pater Felix Poschenreithner

„Ich versuche immer auf die Stimme Gottes zu hören. Er zeigt den richtigen Weg.“

Pater Felix, aus der Erzdiözese São Sebastião do Rio de Janeiro

MENSCHEN SUCHEN ERFÜLLUNG

Ich habe mich nie selbst als Missionar bezeichnet. Das machen die anderen. Ich lebe mein Priester-Sein hier wie da und versuche den Menschen Gott nahe zu bringen. Man passt sich natürlich immer an die örtlichen Gegebenheiten an. Aber im Innersten geht es immer ums Gleiche, egal ob in Österreich oder in Brasilien: Die Menschen suchen Erfüllung, Liebe, das Geliebt-Sein. Und ich versuche zu vermitteln, dass genau das in Gott seine Erfüllung findet. Mir ist es ein Anliegen, den Jugendlichen dabei zu helfen, dass sie eine lebendige Beziehung zu Gott aufbauen können. Mittlerweile habe ich einige junge Männer im Pfarrhof, die gerne in den Orden eintreten würden – das ist noch ein längerer Weg. Ich sehe, dass meine Arbeit auch Frucht trägt. Gottes Segen!

3 FRAGEN

1 | Wieso sind Sie Missionar geworden?

Ich habe 1998 eine befreundete Schwester in Brasilien besucht. Dort habe ich eine lebendige Kirche erlebt. Diese Erfahrung hat mir sehr gut getan und mich motiviert. Die Entscheidung für den Missionseinsatz  fiel erst später und nach vielen Gesprächen.

2 | Was waren anfangs Ihre größten Herausforderungen?

Das Vertrauen auf Gott: Die Jugendlichen, die zu uns kommen, haben ganz oft keine Vorstellung vom Leben, sie sind perspektivlos. Mir wurde schnell klar, dass ich es nicht alleine schaffe, sie aus diesem Loch herauszuholen. Ich musste lernen, Gott diese Aufgabe zu überlassen, darauf zu vertrauen, dass Er die Menschen verwandelt, dass Er den richtigen Weg zeigt.

3 | Was bedeutet Mission für Sie?

Gott ist treu. Auch in allen menschlichen Enttäuschungen und Unfähigkeiten hat Er mir gezeigt, dass Er da ist. Diese Erfahrung versuche ich als Priester den Menschen weiterzugeben. Ich erfahre immer wieder, dass Gott einen Weg hat und dort Türen öffnet, wo man es nicht erwartet. Und das ermutigt mich in meiner täglichen Arbeit, in der ich oft an meine Grenzen stoße.