Von mittendrin bis ganz nach draußen

HOME Mission Base Salzburg: Gott tiefer begegnen, beten, Gemeinschaft leben, kreativ sein, missionarisch wirken: Die Liste an Aktivitäten der HOME Mission Base ließe sich noch länger weiterführen. Besonders wichtig ist HOME HILFT mit sozialen Projekten für Menschen am Rande der Gesellschaft.

allewelt März/April 2020

Ein mehrstöckiges Gebäude direkt am Salzachufer, neben dem vielbefahrenen Radweg und dem Fußgängerstreifen. Eigentlich herrscht hier so gut wie jeden Tag ein reges Kommen und Gehen. Doch die Coronapandemie hat auch das Leben auf der HOME Mission Base in Salzburg verändert. Schulungsprogramme mussten abgesagt werden oder fanden nur in digitaler Weise statt. Gemeinsame Gottesdienste und Gebetszeiten waren plötzlich nicht mehr selbstverständlich. Auch die sozial-karitativen Projekte, HOME HILFT genannt, konnten nicht in gewohnter Weise umgesetzt werden. „Wir mussten unser Restaurant ‚La Cantina‘ im Lockdown schließen“, sagt Mike Breneis, Leiter von HOME HILFT. Die Kantine im Erdgeschoss der HOME Mission Base ist Treffpunkt für Menschen aus unterschiedlichsten Lebenssituationen. Sie bezahlen für das Essen, so viel sie wollen und können. Die einen geben mehr, andere gar nichts. Damit trotz Lockdown diese Möglichkeit einer günstigen Mahlzeit weiterhin besteht, haben sich Mike und sein Team „Essen auf Füßen“ ausgedacht.

Vision: Menschen in die Freiheit und Schönheit Gottes führen

Gründung: 2015 in Salzburg

Team: 32 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

In einem Regal neben dem Fußweg an der Salzach gibt es frisch gekochtes Mittagessen im Papiersackerl zur freien Entnahme. „Gerade Menschen, die finanziell aktuell stark zu kämpfen haben, nutzen dieses Angebot gerne“, sagt Mike Breneis. Neben der Arbeit in der „La Cantina“ kümmert sich sein kleines, hochmotiviertes Team um Menschen in besonderen Lebenssituationen wie Obdachlosigkeit, Drogen- und Alkoholproblemen, psychischen Krankheiten oder Armut. Viele von ihnen kommen in die Suppenküche der Barmherzigen Schwestern, wo die HOME Mission Base seit Jahren mithilft und normalerweise wöchentlich Gebetskreise organisiert. Mikes Team betreibt auch Nachbarschaftshilfe, Flüchtlingsprojekte und gestaltet Armenbegräbnisse für die Stadt Salzburg. Ganz im Sinne von Papst Franziskus, der uns Christinnen und Christen auffordert, an die Ränder der Gesellschaft zu gehen und uns für die Ärmsten einzusetzen.

HOME Mission Base Salzburg

Am Anfang stand der Traum von einem Gebetshaus, einer Suppenküche und einem Jüngerschafts-Programm. Inzwischen hat die „HOME Mission Base“ der Loretto Gemeinschaft vier Standorte in der Salzburger Altstadt. Im ehemaligen Studentenheim vom Orden der Barmherzigen Schwestern am Ufer der Salzach leben und lernen die Teilnehmenden der unterschiedlichen Jüngerschafts-Schulungen. Außerdem beherbergt es das Gebetshaus „House of Prayer“ und das Restaurant „La Cantina“. Neben dem Salzburger Dom befinden sich das neue Medienhaus, ein Tonstudio, die HOME Church und die revitalisierte Dombuchhandlung.

Drei Fragen an …

Mike Breneis

Mike Breneis

Leiter HOME HILFT

1| Was bedeutet Mission für dich?

Einen Auftrag zu haben. Im besten Fall von Gott. Mission bedeutet, ich habe eine Vision und weiß, was es braucht, um diese zu verwirklichen. Manchmal haben wir keine Ahnung, was die nächsten Schritte sind, geschweige denn, wie wir sie umsetzen können! Und doch brechen wir täglich unser Herz und bitten Gott, uns zu zeigen, was wir wann und wie in seinem Sinne tun können. Die Resultate sprechen für sich: Seine Strategie ist die Beste.

2 | Was sind die größten Herausforderungen für die Kirche heute?

Relevant zu sein. Es gibt so viele Fragen, mit und ohne Corona. Und die Kirche hätte grandiose Antworten in petto! Wie zeigen wir, dass das Evangelium tatsächlich etwas mit dem echten Leben zu tun hat? Warum ziehen „Exerzitien im Kloster“ die meisten Menschen nicht an, wohl aber ein Yoga-Wochenende? Wir müssen unsere genialen kirchlichen „Produkte“ besser vermarkten. Um im Marketing-Sprech zu bleiben: Es gibt viel zu tun, packen wir’s an!

3 | Was ist deine Mission für Österreich und darüber hinaus?

Derzeit liebe ich meine zwei Hauptaufgabenbereiche: Die Projekte und Teams von HOME HILFT so aufzustellen, dass sie gut, gesund und nachhaltig wachsen können. Daneben bin ich im HOME Medienhaus tätig, leite seit kurzem HOME Church TV und kümmere mich um einzelne Sonderprojekte.

Markus Platter

MARKUS PLATTER

Praktikant

Missio Österreich

Mission heißt für mich …

… dem Nächsten so zu begegnen wie er ist. Ihn oder sie annehmen, ohne Vorurteile oder Hintergedanken. Mission heißt für mich zu vergeben und dem Nächsten wieder neu zu begegnen, falls etwas schiefgelaufen ist oder es ein Missverständnis gab.

Mission heißt für mich zuzuhören und da zu sein, wenn man gebraucht wird oder Hilfe benötigt wird. Über den Glauben reden geht dann von ganz allein. Denn irgendwann ergibt es sich, auch über das zu reden, was mir wertvoll ist: über den Gott, an den ich glaube, der mich liebt und das Beste für mich und auch für den neuen Freund möchte. Aber ich will darüber reden nicht aus Zwang oder weil ich gerade „missionieren“ möchte, sondern aus aufrichtiger Freundschaft. Dementsprechend möchte ich meinem Gegenüber einfach als Mensch begegnen, als neuer Freund und nicht als eventuelles „Objekt meiner Mission“. In der Freundschaft kann ich mit meinen Erfahrungen den Glauben aus Liebe vorleben, so wie Jesus in Markus 12,31 sagt: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“

Ich war bereits in sehr vielen Ländern, doch um ein „Missionar“ zu sein, muss ich nicht in ferne Länder reisen. Für mich beginnt Mission bei meinem Nachbarn und mit einem Lächeln. In einem Wort heißt Mission für mich Freundschaft.

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