Gleiche Möglichkeiten für alle

Missio Österreich hat es sich zum Ziel gesetzt, dass auch die Menschen in den ärmsten Ländern dieser Welt Zugang zu Gesundheitsversorgung haben sollen.

allewelt Juli/August 2020

Marthe lebt in der Stadt Makak, im Süden von Kamerun. Sie ist 22 Jahre alt und schwanger. Zwar freut sich die junge Frau sehr auf ihr erstes Kind, aber sie hat auch Angst und Sorgen. Ihr Freund hat keine Arbeit mehr, die Familie ist sehr arm – und nun grassiert auch noch das Coronavirus. Schutzmaterial kann sie sich kaum leisten. „Meine aktuelle Situation ist leider nicht sicher. Das belastet mich sehr.“ Zumindest hat Marthe keine Angst vor der Geburt ihres ersten Kindes. Denn sie wird von Schwester Jacqueline Ndouga und ihrem Team in der Geburtenstation von Makak gut versorgt. Die finanziell von Missio Österreich unterstützte Einrichtung besteht seit 1986. Täglich werden hier zwischen 100 und 200 Patientinnen und Patienten behandelt.

„Gerade in armen Ländern ist die Kirche im Krankenwesen der Rettungsanker für viele Menschen.“

Pater Karl Wallner, Nationaldirektor von Missio Österreich

Arztbesuch oder Essen

Wie wichtig derartige Einrichtungen sind, weiß Missio-Nationaldirektor Pater Karl Wallner: „In manchen Teilen des riesigen afrikanischen Kontinents gibt es große Landgebiete, in denen es keine Gesundheitsversorgung gibt. Das sind
Gegenden, in denen Frauen noch bei gewöhnlichen Schwangerschaften sehr leicht sterben. Das ist katastrophal.“

In den ärmsten Staaten der Welt müssen die Menschen oft abwägen, ob sie mit dem wenigen Geld, das sie besitzen, zum Arzt gehen oder sich etwas zum Essen kaufen. Meist fällt die Wahl auf Letzteres. Aus diesem Grund liegt einer der Förder-Schwerpunkte von Missio Österreich im Bereich Gesundheit, damit auch Menschen, die es sich nicht leisten können, ein Leben in Würde führen können und versorgt sind.

VON DER HILFE FÜR AIDS-WAISEN BIS ZUR VERSORGUNG ALTER PRIESTER

Gesundheit ist das wertvollste Gut. Das wird gerade in der aktuellen Situation einmal mehr deutlich, in der das Coronavirus vor allem für die ärmsten Länder dieser Welt eine massive Bedrohung darstellt. Aus diesem Grund engagiert sich Missio Österreich stark im Gesundheitsbereich. Allein 2019 wurden 32 Projekte mit dem Schwerpunkt Gesundheit und Wasser finanziell unterstützt. Das Spektrum reicht von der medizinischen Versorgung von Kindern mit Behinderung in der Demokratischen Republik Kongo über die Hilfe für Aids-Waisen in Südindien und die medizinische Versorgung von bedürftigen Familien in Syrien bis hin zur Hilfe für alte Priester in Haiti. Im Moment ist gerade ein neues großes Projekt in Planung: Auf Initiative des Missio-Nationaldirektors Pater Karl Wallner soll in einer Gegend Zentralafrikas ohne Gesundheitsversorgung das Sankt-Karl-Borromäus-Krankenhaus entstehen, sobald die Coronakrise überwunden ist.

Ein Gelübde an Gott

Auch der Missio-Nationaldirektor selbst hat sich vorgenommen, einen persönlichen Beitrag zu leisten, um den Menschen zu helfen. Er hat ein Gelübde abgelegt. Wenn die Coronakrise vorbei ist, will er in Afrika ein Krankenhaus errichten, das seinem Namenspatron, dem Mailänder Erzbischof Karl Borromäus, gewidmet ist. „Die Idee war nicht, einen Deal mit dem lieben Gott zu machen. Das wäre eine sehr materialistische Vorstellung, die ich nicht würdigen würde. Vielmehr geht es einfach darum, Ihm auch zu sagen: ‚Du, das ist keine billige Sache für mich, lieber Gott.‘“ Das Krankenhaus-Projekt befindet sich noch im Planungsstadium. „Es soll ein solides kleines Spital werden, in dem einfache Operationen durchgeführt werden – in einer abgelegenen Region, wo nicht viele Gesundheitseinrichtungen vorhanden sind“, so Wallner.

Ärztin mit Baby

„In manchen Teilen des riesigen afrikanischen Kontinents gibt es große Landgebiete, in denen es keine Gesundheitsversorgung gibt. Das sind Gegenden, in denen Frauen noch bei gewöhnlichen Schwangerschaften sehr leicht sterben. Das ist katastrophal.“

Pater Karl Wallner, Nationaldirektor von Missio Österreich

Es gibt viel zu tun

Damit die Hilfe auch möglich gemacht werden kann, ist Missio Österreich auf Spenden angewiesen. Nicht nur, damit das Karl-Borromäus-Krankenhaus errichtet werden kann, sondern auch, damit die vielen weiteren Einrichtungen, die bereits unterstützt werden, weiter bestehen können. Die Gesundheitsstation in Makak in Kamerun ist ein Beispiel dafür. Sie ist zwar in Betrieb, aber ihr Zustand ist sehr mangelhaft. Wenn es regnet, tritt Wasser ein, das heiß-feuchte Klima hat ebenfalls seine Spuren am Mauerwerk hinterlassen. In den kommenden Jahren müssen das Dach fertig saniert, der Brunnen repariert und die sanitären Anlagen erneuert werden. „Gerade in armen Ländern ist die Kirche im Krankenwesen der Rettungsanker für viele Menschen“, bekräftigt Wallner.

HIER HELFEN