Für eine wachsende Kirche

Am 6. Jänner organisiert Missio im Auftrag des Papstes weltweit in allen Kirchen die jährliche Priestersammlung. Mit der Kirchenkollekte dieses Tages wird jungen Männern in aller Welt die Priesterausbildung finanziert.

allewelt Jänner/Februar 2021

Cletus Carol Mzweru lebt in Tansania und stammt aus ärmlichen Verhältnissen. Er hat schon als kleiner Junge gewusst, was er will – nämlich sein Leben Gott schenken: „Mein Pfarrer war ein großes Vorbild für mich. So wollte ich auch Priester werden.“ Gescheitert wäre es aber fast am Geld. Denn während hier in Österreich junge Männer meistens finanziell relativ sorgenfrei eine Ausbildung zum Priester machen können, ist in armen Ländern wie Tansania genau das Gegenteil der Fall.

Father Cletus

„Mein Pfarrer war ein großes Vorbild für mich. So wollte ich auch Priester werden.“

Father Cletus

Wenn das Geld fehlt

Dass Cletus seiner Berufung aber dennoch folgen konnte, ist den vielen Unterstützerinnen und Unterstützern zu verdanken, die für ihn im Rahmen der Priestersammlung, die jedes Jahr von den Päpstlichen Missionswerken weltweit durchgeführt wird, gespendet haben. „Ich bin unendlich dankbar für diese Hilfe. Dass ich studieren durfte und so Priester werden konnte, ist für mich das größte Geschenk überhaupt.“

Die Geschichte von Father Cletus steht stellvertretend für die vieler junger Männer, die ihrer Berufung gerne folgen würden, sich die Ausbildung aber nicht leisten können. Und auch in den Einrichtungen selbst mangelt es oft an Geld. So müssen Priesterseminare in Afrika, Asien oder Lateinamerika allein aufgrund mangelnder Budgets viele Kandidaten ablehnen.

HILFE FÜR DIE PRIESTERAUSBILDUNG

Jeder von uns kann ein Missionar sein und helfen, den Glauben in die Welt hinauszutragen: Am 6. Jänner organisieren die Päpstlichen Missionswerke welt- weit die traditionelle Priestersammlung in allen katholischen Pfarren, so auch bei uns in Österreich. Dabei werden Spenden für die Ausbildung tausender junger Priester in den ärmsten Ländern dieser Welt gesammelt, die auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind und sonst ihrer Berufung nicht folgen könnten. Der Spendenaufruf ergeht jedes Jahr durch den Papst, der seine Missionswerke mit der Bewerbung, Information und Organisation der Sammlung beauftragt. Die Priestersammlung hat eine lange Tradition. Im Jahr 1890 hat Papst Leo XIII. zum ersten Mal zur sogenannten Epiphanie-Kollekte aufgerufen, damals noch für die Befreiung von Sklaven in Afrika. Seither gibt es diese Kollekte, die im Jahr 1923 in eine Sammlung für Priester umfunktioniert wurde.

Spendenaufruf durch den Papst

Mit der Priestersammlung soll den jungen Männern geholfen werden, ihre Berufung zu leben. Die Aktion findet jedes Jahr am 6. Jänner in allen katholischen Kirchen Österreichs – und weltweit – statt. Zu den Spenden ruft dabei der Papst persönlich auf, der „seine“ Missionswerke mit der Organisation der Sammlung beauftragt.

Viele Österreicherinnen und Österreicher verbinden den 6. Jänner auch mit den Sternsingern – diese Terminkollision ist Missio Österreich sehr wohl bewusst. „Ich kann versichern, dass seit der Zeit von Weihbischof Florian Kuntner in den 80er-Jahren noch jeder Nationaldirektor versucht hat, die Priestersammlung vom 6. Jänner weg zu verlegen. Ich auch. Es ist bisher nicht gelungen! Die Gründe sind vielfältig und komplex“, erklärt Nationaldirektor Pater Karl Wallner.

Pater Karl Wallner im Gespräch mit einem Mann

„Die vielen geistlichen Berufungen und die teure Ausbildung können von den armen Kirchen ohne unsere Hilfe einfach nicht bewältigt werden.“

Pater Karl Wallner, Nationaldirektor von Missio Österreich

Hilfe dringend benötigt

Mit dem Reinerlös werden Neu- und Ausbauten von Priesterseminaren und Noviziaten finanziert. Das ist besonders in Afrika ein großes Thema, da es dort aufgrund der steigenden Zahl an Berufungen an Platz mangelt. Zudem werden die Kosten für die Ausbildung und den Lebensunterhalt für rund 80.000 Seminaristen übernommen.

„Die vielen geistlichen Berufungen und die teure Ausbildung können von den armen Kirchen ohne unsere Hilfe einfach nicht bewältigt werden“, weiß Pater Karl Wallner, der sich immer wieder selbst ein Bild vor Ort macht. „Es ist unglaublich, wie sehr die Kirche das Leben der Menschen zum Guten verändert!“ Father Cletus ist mittlerweile seit sieben Jahren Priester. Seit Kurzem lehrt er selbst in einem Priesterseminar und bereitet die nächste Generation junger Männer auf ihre künftige Aufgabe vor. Sein Ziel: „Junge Seminaristen sollen die Möglichkeit haben zu lernen und zu empfangen. Es ist ihre Aufgabe, die Kirche wachsen zu lassen.“

Hier Spenden
Print Friendly, PDF & Email