Als Student Jünger werden

Keine geistliche Gemeinschaft oder Bewegung, sondern ein Modell für missionarische Jüngerschaft: FOCUS ist ein Programm für Studierende, bildet Missionarinnen und Missionare aus und führt Menschen zu Jesus. Seit vielen Jahren mit Erfolg.

allewelt Jänner/Februar 2021

Es geht um das Studium, Freunde, das Leben, den Alltag: Eine Gruppe von Studierenden sitzt im Café Kaspar hinter der Haupt-Uni in Wien. Zwei von ihnen sind FOCUS-Missionare – junge Menschen, die sich entschieden haben, für einige Jahre das zu leben, was Jesus vorgelebt hat. FOCUS steht für „Fellowship of Catholic University Students“ und ist 1998 von Curtis Martin gegründet worden, um rund um einen Universitätscampus Gemeinschaft zu stärken und den Glauben von jungen Menschen zu erschließen und zu vertiefen.

Der 35-jährige Stefan Reichelt hat FOCUS vor vier Jahren in einer Bibelgruppe kennengelernt und Feuer für das Konzept gefangen: „Mich fasziniert, wie sehr FOCUS mit dem, was es macht, fruchtbar und wirkungsvoll sein will.“ Deshalb hat der junge in Wien lebende Headhunter eine klare Vision: FOCUS in Österreich, in Europa, auf der ganzen Welt bekanntmachen.

Der Weg mit FOCUS geht in drei Schritten, die mit „win“, „build“ und „send“ benannt werden. Am Beginn baut der FOCUS-Missionar Beziehung zu Menschen auf: durch Fußball spielen, ins Kaffeehaus gehen oder gemeinsame Socialevents. Alles findet in einer sehr ungezwungenen Atmosphäre statt. „So entsteht echte Begegnung, Menschen nehmen sich gegenseitig an, so wie sie sind. Die Missionare bemühen sich um authentische Freundschaft“, sagt Stefan Reichelt.

FOCUS

WAS?: Methode für missionarische Jüngerschaft

Gründung: 1998

Über 40.000 Studenten wurden bisher durch FOCUS-Missionare erreicht

Der Weg mit FOCUS geht in drei Schritten, die mit „win“, „build“ und „send“ benannt werden. Am Beginn baut der FOCUS-Missionar Beziehung zu Menschen auf: durch Fußball spielen, ins Kaffeehaus gehen oder gemeinsame Socialevents. Alles findet in einer sehr ungezwungenen Atmosphäre statt. „So entsteht echte Begegnung, Menschen nehmen sich gegenseitig an, so wie sie sind. Die Missionare bemühen sich um authentische Freundschaft“, sagt Stefan Reichelt.

Im zweiten Schritt „build“ bieten die Missionare getrenntgeschlechtliche Bibelgruppen an, wo Interessierte gemeinsam beten, sich austauschen, in tiefe Glaubensfragen eintauchen und schrittweise die Geheimnisse des Glaubens entdecken. Nach einem Jahr ist der „Jünger“ oder die „Jüngerin“ so gewachsen, dass er oder sie selbst eine Bibelgruppe beginnt. Es beginnt die dritte Phase „send“. „So startet ein Multiplikationsprozess, durch den immer mehr Menschen näher zu Jesus kommen“, so Reichelt.

FOCUS hat mit seiner Methode für missionarische Jüngerschaft bisher 2.000 Männer und Frauen zu FOCUS-Missionaren ausgebildet, über 40.000 Studentinnen und Studenten wurden in ihrem Glauben begleitet. Für Stefan Reichelt hat FOCUS Zukunft und kann Kirche von innen heraus verändern: „FOCUS misst Erfolg an der Zahl der Menschen, die zum Glauben finden. Und danach stellen wir die Frage, ob wir etwas verändern, optimieren oder anpassen müssen“, sagt Stefan Reichelt. Deshalb hat für ihn FOCUS Zukunft.

FOCUS

Fellowship of Catholic University Students

FOCUS kam vor fünf Jahren durch den Jesuitenpater Martin Rauch nach Österreich und macht es sich zur Aufgabe, eine Methode für fruchtbare Jüngerschaft zu entfalten, orientiert an Jesus Christus und der kirchlichen Lehre. Das Modell wurde in den USA etabliert und ist mittlerweile an fünf Standorten in Europa präsent: Wien, Dublin, Southhampton, Passau und Düsseldorf. Da FOCUS keine Gemeinschaft oder Bewegung ist, zieht das Programm Menschen mit unterschiedlichen Charismen und Persönlichkeiten an. Seit 2001 veranstaltet FOCUS Konferenzen, am bekanntesten ist die SEEK-Konferenz in den USA, an der 2019 mehr als 17.000 Menschen teilgenommen haben.

Drei Fragen an …

Stefan Reichelt

Stefan Reichelt

Unterstützungsteam von FOCUS Europa

1| Was bedeutet Mission für dich?

Mission bedeutet für mich das Evangelium zu verkünden, also die Frohbotschaft, dass es Gott gibt, dass Jesus Christus Gottes Sohn ist und dass Er die Liebe ist. Das „great commandment“, wie es auf Englisch heißt, ist die Aufgabe jedes Christen: „Geht hinaus und verkündet das Evangelium der ganzen Welt!“

2| Was sind die größten Herausforderungen für die Kirche heute?

Wir dürfen als Kirche nicht im Verwalten eines Status quo hängenbleiben und den Kopf in den Sand stecken, wenn es Probleme gibt. Die große Challenge ist, dass die Kirche zu wenig raus geht und teilweise weltfremd geworden ist. Viele in der Kirche haben keine Ahnung von der Lebensrealität der Menschen: wie eine Firma funktioniert, wie es einer alleinerziehenden Frau geht, wie eine Prostituierte lebt. Die Kirche lebt oft sehr stark in ihrer eigenen Blase.

3 | Was ist deine Mission für Österreich und darüber hinaus?

Meine konkrete Mission für Österreich realisiert sich in meinen Aufgaben für FOCUS. Wir wollen jeder Diözese in Österreich, die einen Universitätsstandort hat, ein FOCUS-Missionarsteam anbieten. FOCUS lässt Standorte aufblühen und bewegt vieles. Wir wollen mit FOCUS ganz Europa erreichen.

Schwester Renate Hämmerle

SCHWESTER RENATE HÄMMERLE

Praktikantin

Missio Österreich

Mission heißt für mich …

… genau das, was Petrus zu einem Gelähmten sagte: „Silber und Gold besitze ich nicht. Doch was ich habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, geh umher!“ (Apg 3,6)

Das ist mein Missionsauftrag: Christus, den Herrn, der der größte Schatz in meinem Leben ist, den Mitmenschen zu bringen. Das geht aber nur dann, wenn das Herz wirklich für ihn brennt. Deshalb muss ich mich selbst immer wieder von der Liebe Christi entzünden lassen. Das sind Grundlage und Voraussetzung jeder Mission.

Missionarin und Missionar zu sein, ist kein Job, den man eben macht. Es ist auch keine Aufgabe für ausgewiesene Expertengruppen. Alle Getauften sollen missionarisch wirken, es sollte zur Eigenschaft aller Gläubigen werden. Wir als getaufte Christinnen und Christen können und müssen Christus dorthin tragen, wo wir leben. Obwohl das manchmal schwer sein kann und sicher Mut erfordert, macht gerade das Zeugnis für Christus unser Leben froh und weit. Diese Botschaft versuche ich mit meinem Leben weiterzugeben. „Der Glaube ist aber ein Geschenk, damit wir es teilen. Er ist das wichtigste Geschenk, das wir in unserem Leben empfangen haben und das wir nicht für uns behalten dürfen.“ (Vgl. Papst Benedikt XVI.)