Brasilien

Friedhof in Brasilien

Ein wenig unordentlich reihen sich die farbigen Rechtecke aneinander. Es sind Gräber auf dem Friedhof „Nossa Senhora Aparecida“ in Manaus, der der Gottesmutter „Unsere Liebe Frau von Aparecida“ geweiht ist. Wenn man genau hinsieht, erkennt man: Die Gräber sind frisch. Die Millionen-Metropole inmitten des gewaltigen Amazonas-Regenwalds ist die erste Stadt Brasiliens, der die Intensivbetten infolge von schweren Coronavirus-Fällen ausgegangen sind. Da das Bestattungswesen überlastet ist, graben nun Baumaschinen lange Reihen in den Boden, in die die Särge hineingeschlichtet und von den Maschinen wieder mit Erde bedeckt werden. Die Zahl der Beerdigungen hat sich verdreifacht. Mittlerweile ist Brasilien nach den USA das Land mit den meisten bestätigten COVID-19-Fällen. Aber selbst bei Todesfällen wird kaum auf das Virus getestet. Besonders hart trifft es die indigene Bevölkerung: Sie besitzt laut Expertinnen und Experten nur eine geringe Resistenz gegen bestimmte Krankheitserreger. Außerdem fehlt es in den abgelegenen Siedlungen an medizinischem Personal und Medikamenten. Es droht auch von anderer Seite Gefahr: Illegale Holzfäller nutzen die Situation aus und die Abholzungen erreichen Rekordwerte.