Brasilien:

Impfen bei der Statue von Christus in Rio de Janeiro

30 Meter ragt die Statue von Christus, dem Erlöser, in den Himmel. Zu seinen Füßen liegt Rio de Janeiro. Wie ganz Brasilien wurde es hart von der COVID-19-Pandemie getroffen. Mit bald 240.000 Toten beklagt das Land die zweithöchste Opferzahl weltweit. Umso spektakulärer inszeniert wirkt nun der Impfstart über der Copacabana. Im Helikopter wurden die rettenden Dosen hochgeflogen, um im Schatten des Herrn den ersten zwei Frauen der Stadt verabreicht zu werden. Ein erlösender Stich, auf den die meisten Menschen in Brasilien noch lange warten müssen. Denn einstweilen stehen in dem 211-Millionen-Einwohnerstaat gerade einmal sechs Millionen Impfdosen bereit. Das spiegelt gut die globale Ungleichheit in deren Verteilung wider. Die reichen Staaten des Nordens sicherten sich für ihre 13 Prozent der Weltbevölkerung bereits etwa die Hälfte der verfügbaren Impfstoffe. Der Vatikan warnt vor solch einem „Impf-Nationalismus“. Die „Verletzlichsten und Bedürftigsten in allen Regionen der Erde“ müssen zuerst geschützt werden, sagt Papst Franziskus und ließ einen Plan für eine global gerechte Impfstrategie vorlegen.