Chancen für ein besseres Leben

Pfarrpartnerschaften: Schwester Gertrud Fokter ist seit 20 Jahren Missionarin in Brasilien. Dort arbeitet sie mit armen Jugendlichen und möchte ihnen Christus näherbringen. Unterstützt wird sie von der Salzburger Pfarre Elsbethen-Glasenbach, wo regelmäßig Spenden für das Projekt gesammelt werden.

allewelt Jänner/Februar 2021

Im Moment hat Schwester Gertrud Fokter alle Hände voll zu tun: „Zurzeit ist sehr viel los bei mir.“ Schwester Getrud gehört dem Orden der Missionarinnen Christi an und lebt seit vielen Jahren in Brasilien. Konkret in Aparecida de Goiania, einer Zwei-Millionen-Einwohner-Region südwestlich der Hauptstadt Brasilia. Dort arbeitet sie in der Jugendpastoral mit armen Kindern und Jugendlichen. Doch seit die Coronavirus-Pandemie um sich greift – Brasilien gehört zu den am stärksten betroffenen Staaten der Welt – wurde auch ihr Aufgabengebiet größer. Aktuell leitet sie ein Nothilfeprogramm, bei dem Gutscheine für Lebensmittelpakete an bedürftige Familien verteilt werden. „Als Schwester der Missionarinnen Christi ist es mir ein Herzensanliegen, mich für die Menschen hier einsetzen zu können“, erzählt die gebürtige Salzburgerin.

Pfarre Elsbethen-Glasenbach

„Wir möchten über unseren eigenen Tellerrand blicken.“

Pfarre Elsbethen-Glasenbach

Jugendliche auf ihrem Weg begleiten

Seit einigen Jahren leitet Schwester Gertrud das Jugendzentrum Sr. Luise. Dort können sich Burschen und Mädchen aus armen Familien treffen und ihre Freizeit verbringen: „Der Übergang zwischen Kindheit und Erwachsenenalter ist eine sehr sensible Phase, gerade hier in den Armenvierteln am Stadtrand, in denen das Leben von Gewalt und Diskriminierung geprägt ist“, sagt Schwester Gertrud von den Missionarinnen Christi. „Ich versuche, die Jugendlichen auf ihrem Weg zu begleiten und ihnen geschützte Lebensräume anzubieten, in denen sie ihre Talente entdecken und sich gegenseitig unterstützen können. Die Vermittlung von wichtigen menschlichen und religiösen Werten soll ihnen helfen, einen eigenen Weg in eine bessere Zukunft zu gehen.“

PFARRPARTNERSCHAFTEN

In vielen Pfarren besteht der Wunsch, Menschen in den armen Ländern zu helfen. Aus diesem Grund hat Missio Österreich die Idee einer Pfarrpartnerschaft entwickelt. Durch die weltweite Vernetzung mit kirchlichen Partnerinnen und Partnern sind die Päpstlichen Missionswerke den Menschen in den Ländern des Globalen Südens ganz nahe und kennen die Nöte vor Ort. Missio Österreich stellt ihre Erfahrungen in der Projektarbeit zur Verfügung und will Austausch schaffen, von hier zu dort und von dort zu hier.

Salzburger Pfarre unterstützt das Projekt

Tatkräftige Unterstützung für das Jugendzentrum kommt aus Schwester Gertruds Heimat Salzburg. Die Pfarre Elsbethen-Glasenbach engagiert sich dort für Schwester Gertruds Projekte: „Wir möchten über unseren eigenen Tellerrand blicken, die Jugendlichen aus dem Armenviertel in Aparecida mit deren Problemen, mit deren Kultur und auch mit deren Träumen und Spiritualität kennenlernen“, heißt es dazu auf der Website der Pfarre.

Elsbethen-Glasenbach setzt bei der Unterstützung der Missionarinnen Christi auf die Expertise von Missio Österreich durch das Programm der „Pfarrpartnerschaften“. Dabei werden Pfarren in Österreich bei ihrem sozialen Engagement unterstützt. Die Pfarren profitieren von der langjährigen Erfahrung von Missio in diesem Bereich: Missio wickelt die Projekte ab und ermöglicht den Spendern der Pfarren die Spendenabsetzbarkeit.

Getrud Fokter und ein Mann

„Ich versuche, die Jugendlichen auf ihrem Weg zu begleiten und ihnen geschützte Lebensräume anzubieten, in denen sie ihre Talente entdecken und sich auch gegenseitig unterstützen können.“

Schwester Gertrud Fokter

Persönlicher Kontakt führt zur Zusammenarbeit

Oft kommt die Zusammenarbeit bei einer Pfarrpartnerschaft über persönliche Bekanntschaften zustande, wie es auch bei Schwester Gertrud und der Pfarre Elsbethen-Glasenbach der Fall war. „Der Hinweis kam von einem unserer Pfarrgemeinderäte, der mit der Missionarin einmal gemeinsam in Salzburg gearbeitet hat. Schon in der Vorbereitung der Partnerschaft hat sich gezeigt, dass die persönliche Beziehung die Abwicklung des gemeinsamen Projektes viel einfacher machte“, erinnert sich Pfarrgemeinderat Philip Steiner.

Die Pfarrpartnerschaft sorgt für einen regen Austausch zwischen Österreich und Brasilien, von dem beide Seiten profitieren. Ohne die Hilfe aus Salzburg wäre es den Missionarinnen Christi kaum möglich, das Jugendzentrum zu finanzieren. Wenn Schwester Getrud in Österreich ist, besucht sie auch die Pfarre Elsbethen, um von ihren Erfahrungen in Brasilien zu erzählen – manchmal sogar kulinarisch abgerundet mit typisch brasilianischem Essen.

Pfarrgemeinderat Steiner ist von der Zusammenarbeit begeistert: „Von Beginn an war es uns wichtig, keine Einbahnstraße zu haben. Es war uns wichtig mehr über das Land, die Leute und deren Lebensrealität zu erfahren. Wir wollen aber auch deren Spiritualität erfahren und damit die Jugendlichen vom Jugendzentrum Sr. Luise in unser Leben in Österreich hereinholen. Das ist uns gelungen.“

Pfarrpartnerschaften
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