Das Leben der heiligen Bakhita

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Die bewegende Geschichte der Heiligen Bakhita

Heinz Purrer im Interview mit Schwester Laura

Das Leben der Bakhita

Bakhita kam aus dem Sudan und wurde im Jahre 1869 in eine freundliche Familie hineingeboren, von der sie sehr geliebt wurde. Sie lebte mit ihrer Mutter und ihrem Vater sowie ihren drei Brüdern, drei Schwester und einer Zwillingsschwester. Mit 7 Jahren wurde sie entführt, mehrmals verkauft und musste während ihrer Sklavenzeit sehr viel erleiden. Schon als kleines Kind war sie neugierig und hatte den Wunsch, zu erfahren, wer der Schöpfer aller wunderbaren Dinge auf der Erde war.

Eines Tages wurde sie von einem Italiener gekauft. Da sie weder ihren eigenen Namen noch den Namen ihres Dorfes wusste, wurde sie umbenannt. Bakhita ist ein arabischer Name und bedeutet „die Glückliche“. Zwei Jahre lebte sie mit einem Konsul in Katun, der Hauptstadt des Sudan. Sie meinte, er war wie ein Vater für sie. Als Krieg und Revolution dort ausbrachen nahm er sie mit nach Italien. 1885 wurde sie in Genua der Familie Michaeli in der Provinz Venedig übergeben. Es war eine äußerst wohlhabende Familie.

Bakhita

Kurz darauf wollte Bakhita in die örtliche Kirche in Sianico eintreten, was ihr jedoch verboten wurde, da sie orthodox und keine katholische Christin war. Der Verwalter der Familie war ein guter Mensch und schenkte Bakhita eines Tages ein kleines silbernes Kreuz, welches sie fortan stets bei sich hatte. Er wusste, dass Bakhita eine Heidin und Anemistin war und somit Gott und Jesus Christus nicht kannte. Auf ihre Frage, wer das denn auf dem Kreuz sei, antwortet er: „Dieser Mann am Kreuz ist Jesus Christus, der Sohn Gottes, der für uns aus Liebe gestorben ist.“ Diesen Satz würde Bakhita nie mehr vergessen.

Als die Familie Michaeli nach Afrika zog, um ihr Hotel am Roten Meer auszubauen, ging Bakhita mit damals 19 Jahren zu den Kanossianerinnen nach Venedig.

Mit 21 Jahren wurde sie vom Patriarchen Augustini Domenico auf den Namen Josephine Margaret Bakhita Maria getauft. Sie sagte immer wieder, der Tag ihrer Taufe, die Firmung und die erste Kommunion seien die schönsten Tage ihres Lebens gewesen.

1896 legte sie in Verona ihr Gelübde ab. Sie blieb noch weitere sechs Jahre in Venedig, wo sie lesen und schreiben lernte, sowie köppeln, Spitzen machen und schöne Perlen verarbeiten. Nach sechs Jahren wurde sie nach Schio versetzt, wo sie 43 Jahre lang lebte. Dort arbeitete sie als erste Köchin für 21 Jahre. Mehr als 100 Waisenkinder, 40 Schwestern und viele Studentinnen lebten in dem Haus. Danach wurde sie Pförtnerin und Messnerin. Sie verstarb am 8.Februar 1947 an einer Lungenentzündung, einer Herzkrankheit und Asthma.

Die ersten Wunder

BakhitaIm Jahr 2005 kam die Schweizerin Luni Müller zum Haus der heiligen Bakhita. Wieder zurück zu Hause wusste sie, sie müsse sich einen Namen aus dem Internet suchen und ihm einen Brief schreiben. Sie fand den Namen Jeffrey Teyner, der wegen Mordes an einem Pädophilen zur Todesstrafe verurteilt worden war.

Sie schrieb ihm darauf einen Brief, in dem sie ihm mitteilte, wie sehr sie und die Heilige Bakhita ihn liebten. Als er den Brief in die Hand nehmen wollte, wurde dieser so schwer, als wäre er aus Metall und fiel zu Boden. Geschockt las er den Brief und konvertierte bald zum Christentum. Durch die Liebe zu Jesus wurde aus einem Menschen voller Hass ein Mensch voller Liebe. Die Todesstrafe wurde nicht verhängt und er lebt heute noch glücklich und unterstützt als Kannossianer die Armen durch die Einkünfte seiner Malereien.

Die Gabe der Prophetie

Die Heilige Bakhita besaß die Gabe der Vorsehung, der Prophetie. Während des zweiten Weltkriegs hatten die Leute viel Angst von den Bomben getroffen zu werden. Bakhita versuchte ihnen die Angst zu nehmen, indem sie ihnen versicherte, dass die Häuser ihrer Familien verschont bleiben würden. Und so war es auch. Nicht eine Bombe traf eines der Häuser.

Die Leute haben angefangen sie wegen dieser Wunder zu verehren, doch das wollte sie nicht. Sie sagte: „Die Ehre muss an meinen guten Meister gehen.“ Sie nannte Jesus immer ihren guten Meister, bis ans Ende ihres Lebens.

Was kann man von Bakhita lernen?

Bakhita liebt Jesus, die heilige Kommunion, Jesus in der Eucharistie. Eines Tages hatte sie eine Mitschwester vergessen und aus Versehen vier Stunden in der Kirche gelassen. Sie kam gelaufen und entschuldigte sich mehrmals aufgeregt. Darauf antwortet sie nur:

„Warum regst du dich so sehr auf? Siehst du nicht, dass ich bei meinem guten Meister bin?“

– Hl. Bakhita

Die heilige Bakhita hatte den Wert der Taufe gut verstanden. Jedes Mal wenn sie in Venedig in der Kirche war, wo sie getauft wurde, kniete sie neben dem Taufbecken nieder und küsste den Boden.

Sie hatte einen tiefen Glauben und viel Hoffnung, obwohl sie so schreckliche Dinge durchleben musste. Der Glaube an die Liebe Gottes ließ sie neuen Mut schöpfen.

„Ich gehe langsam, langsam in die Ewigkeit. Ich gehe mit zwei Koffern. Einer enthält meine Sünden, aber der andere ist ja viel schwerer und schöner, der enthält die unendlichen Verdienste Jesu Christi.“

– Hl. Bakhita

Eines Tages kam sie nach Bologna, wo sie der Bischof fragte: „Schwester, was würden Sie tun, wenn der Herr käme, der dich verkauft hat und dich soviel leiden hat lassen?“
Da antwortete sie:

„Ich würde mich niederknien und ihnen die Hände küssen. Nur durch diese Leute konnte ich ein Kind Gottes und eine Braut Christi werden.“

– Hl. Bakhita

Kein Hass, kein Groll. Die Heilige Bakhita war eine Frau der inneren Freiheit.

Schwester Laura

Die Kannossianerin Schwester Laura wurde 1947, einen Monat vor Bakhitas Tod, geboren. Sie ist Südtirolerin und kommt ursprünglich aus Leifers, Bozen. Sie besuchte eine deutsche Schule und trat 1967 in die Kirche ein. Im gleichen Jahr zog sie nach Australien, wo sie ihre Ausbildung absolvierte. Die Lebens-und Leidensgeschichte der Heiligen Bakhita beeindruckt Schwester Laura seit ihrer Kindheit. Sie ist Schwester der Heiligen Bakhita und hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Geschichte in die Welt hinauszutragen.

Vor über drei Jahren hat Papst Franziskus den 8. Februar – Gedenktag der Josephine Bakhita – zum internationalen Tag des Gebets für die Opfer von Menschenhandel erklärt. Die Heilige Bakhita wird heute von vielen Menschen tagtäglich verehrt.

„Gott hatte sicher einen speziellen Plan für mich, weil ich soviel miterleben musste und soviel leiden musste.“

– Bakhita

Heinz Purrer

Missio-Diözesandirektor Heinz Purer hat zu Ehren der Heiligen Bakhita rund um ihren Gedenktag, 8. Jänner 2018, eine Messe geschrieben und durfte mit Schwester Laura ein längeres Interview machen. Ihm liegt es sehr am Herzen, dass seine Arbeit und seine Musik den Opfern von Menschenhandel zugute kommt. Uraufgeführt wurde die Messe zu Ehren der Heiligen Bakhita bei der Wallfahrt auf den Pöstlingberg am 28. September 2018.

Durch die Projektpartner von Missio Österreich, Sophie Otiende aus Kenia und Schwester Jucie Thein Shwe aus Myanmar, hat sich Heinz Purrer intensiv mit der Heiligen Bakhita beschäftigt und war in diesem Sommer drei Tage in Schio: in jenem Kloster, wo Bakhita nach ihrem Noviziat bis zu ihrem Tod am 8. Februar 1947 gelebt hat. Die Begegnung mit Bakhita in Schio hat ihn sehr beweg. An ihrem Reliquienschrein konnte er zum ersten Mal die neu komponierte Messe singen.

Mit seiner Gruppe „Sing and Pray“ wurde er für nächstes Jahr Anfang September eingeladen, diese Messe beim Sonntagsgottesdienst zu singen. Es sind vor ihrem Reliquienschrein auch einige neue Lieder entstanden. So ist auch die Idee zu seiner neunten CD geboren worden. Auf dieser neuen CD wird es Lieder vorwiegend auf deutsch, aber auch zwei Lieder auf Englisch und zum ersten Mal auch auf Französisch geben. Die Einnahmen kommen Projekten von Missio Österreich zugute, die sich für die Opfer von Menschenhandel einsetzen.

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Ganzes Interview lesen!
Hier gehts zum Bericht über die Wallfahrt auf den Pöstlingberg
2018-10-05T20:40:59+00:00