In Entwicklungs- und Schwellenländern sowie in Osteuropa breitet sich die Tuberkulose mit rasender Geschwindigkeit aus: In den vergangenen 12 Jahren hat sich die Zahl der Neuerkrankungen fast verdreifacht. Nach vorsichtigen Schätzungen dürften es jährlich fast zehn Millionen neue Patienten sein.
Die Krankheit hatte ihren Schrecken verloren. Mit der Entdeckung der Antibiotika glaubten die Mediziner, die Tuberkulose in den Griff bekommen zu haben. Dann wurde die Lungenkrankheit vernachlässigt, jahrzehntelang kein neues Mittel entwickelt. Nun schlägt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Alarm: Tuberkulosekeime, die gegen die wichtigsten Arzneien resistent sind, breiten sich mit hoher Geschwindigkeit rund um den Globus aus und machen die Infektion wieder zur tödlichen Bedrohung. Problematisch ist Tuberkulose insbesondere für HIV-Infizierte. Mit ihrem angeschlagenen Immunsystem haben sie ein 50-fach erhöhtes Risiko zu erkranken.
Tuberkulose ist eine Krankheit der Armut: gesund, gut ernährt und unter guten hygienischen Umständen wird man kaum erkranken. Besonders fatal wirkt sich der in vielen Ländern fehlende Zugang zu medizinischer Behandlung aus: Bevor die Tuberkulose entdeckt wird, haben die Betroffenen oft zahlreiche Menschen in ihrer Umgebung angesteckt.
Das weitaus größte Problem ist aber die immer häufiger auftretende multiresistente Tuberkulose. Deren Erreger sind gegen viele bekannte Antibiotika resistent und können kaum behandelt werden. Ursache dafür ist ein vorzeitiger Abbruch der Behandlung – viele Patienten begehen diesen Fehler, weil sie nicht richtig informiert wurden.
Welt-Tuberkulose-Tag
Am 24. März 1882 berichtet der deutsche Arzt Robert Koch erstmals über die Entdeckung der Tuberkelbakterien. 1982, 100 Jahre später, rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den ersten Welt-Tuberkulosetag aus.
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