
Lepra und Tuberkulose sind Krankheiten der Armut. Ihr Nährboden sind u.a. die Slums der Großstädte in der so genannten Dritten Welt, wo ohne sauberes Wasser oder Kanalisation katastrophale hygienische Bedingungen herrschen. Hinzu kommt, dass die meisten Bewohner durch einseitige Mangelernährung geschwächt sind.
Lepra
Lepra ist eine Infektionskrankheit und wird durch das Mycobacterium leprae übertragen. Dieser Erreger befällt die Haut und das Nervensystem, die betroffenen Stellen werden taub und gefühllos. Die bei Leprakranken typischen Verstümmelungen sind allerdings eine indirekte Folge der Krankheit: Der Patient bemerkt nicht, wenn die Haut an diesen Stellen verletzt wird. Die sich daraufhin bildenden Entzündungen und Geschwüre führen zum Absterben ganzer Gliedmaßen oder zu Entstellungen im Gesicht.
Lepra ist heilbar
Lepra ist mit einer Kombination aus Antibiotika in sechs bis zwölf Monaten heilbar. Bereits vorhandene Verstümmelungen oder Behinderungen bleiben und müssen wenn möglich durch wiederherstellende Operationen korrigiert werden.
Es bleibt noch viel zu tun
Jährlich erkranken rund 600.000 Menschen neu an Lepra. Viele werden jedoch nicht offiziell registriert und haben deshalb keinen Zugang zu Medikamenten. Rund vier Millionen Menschen leben mit Behinderungen aufgrund von Lepra. Nach wie vor werden viele Leprakranke aufgrund alter Vorurteile ausgestoßen. Das Stigma „aussätzig“ zu sein lässt sich nur schwer ausrotten.
Herausforderungen bleiben
Auch nachdem Lepra heilbar ist, sind noch längst nicht alle Probleme gelöst. Viele Leprakranke, bei denen die medikamentöse Behandlung abgeschlossen ist und die in keiner Statistik mehr aufscheinen, benötigen auch weiterhin die Betreuung der Gesundheitsdienste. Wegen schwerer, schmerzhafter Leprareaktionen oder auf Grund von Körperbehinderungen brauchen sie dringend Rehabilitationsmaßnahmen.
Viele offene Fragen
Ein großes Problem besteht auch darin, dass die Quelle der Lepra-Infektion nach wie vor nicht geklärt ist. Wegen der langen Inkubationszeiten bei der Lepra – bis zu 30 Jahre – sind regelmäßige Untersuchungen notwendig, um sicher zu stellen, dass sich die Krankheit nicht weiter ausbreitet.
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