
Die Kirche im indischen Bundesstaat Orissa steht unter Beschuss: Hindu-Fundamentalisten wollen alles, was nicht „typisch" indisch ist, ausrotten. Die meisten Hindus sind aber gegen diese Radikalen. So genannte Friedensgruppen schulen die christliche Minderheit, sich zu organisieren, neue Beziehungen mit anderen Religionen zu knüpfen und für den Notfall gerüstet zu sein, sollte es wieder zu Ausschreitungen gegen sie kommen. Das ist bitter notwendig: Denn bislang wurde seitens Polizei und Regierung kaum etwas zum Schutz der Christen unternommen.
Vor eineinhalb Jahren zerstörten Hindu-Fundamentalisten christliche Dörfer und zündeten die Kirchen an. Die Menschen flohen zu Tausenden vor den faschistischen Hindu-Gruppierungen. Manche Familien fürchten sich noch immer davor, in ihre Dörfer zurückzukehren. In den Flüchtlingslagern sind sie auf Hilfe von außen angewiesen.
Vor diesem Hintergrund startet Missio einen Spendenaufruf, um den verfolgten Familien Orissas zu Hilfe eilen zu können.
Mit den Spenden wird ein wegweisendes Projekt des Bischofs von Berhampur, Sarat Chandra Nayak, unterstützt. Die bettelarme Diözese liegt in dem am schlimmsten von den Verfolgungen betroffenen Bundesstaat Orissa.
„Ziel unseres Projektes ist, die Gewalt zu verhindern und ein friedliches und harmonisches Zusammenleben zwischen den in der Diözese lebenden Menschen mit unterschiedlichen Religionsbekenntnissen zu erreichen“, erklärt der Bischof. Zu diesem Zweck wurden so genannte "Friedensgruppen“ in den Dörfern und Pfarren gegründet, die von Experten in Bezug auf Dialog und Gewaltvermeidung geschult werden. Von der Arbeit der Peace Committees werden alle profitieren, unabhängig ihrer religiösen Zugehörigkeit, ist der Bischof überzeugt. Priester, Ordensangehörige und Laien sind an der Durchführung des Projektes beteiligt.
„Wir müssen handeln“, meint der Bischof, „sonst wird unser sonst so harmonisches Zusammenleben zwischen den religiösen Gruppen von einzelnen Radikalen zerstört. Das darf nicht passieren!“ Die meisten Nicht-Christen hegten keine Vorurteile gegen Christen, so Nayak. Deshalb müsse man unter diesen Wohlwollenden ein Bewusstsein für die Situation von Minderheiten in ihrer Umgebung schaffen.
Immer wieder werden Christen weltweit Opfer von Diskriminierung, Folter, Zwangskonversion und Mord. Die Situation in Orissa ist nur eines von mehreren Beispielen. „Die Brutalität, mit der gegen unsere Brüder und Schwestern in Christus vorgegangen wird, ist erschreckend. In Indien ist die Harmonie und das friedliche Zusammenleben unter den Menschen massiv gefährdet. Deswegen müssen wir helfen, mit unserem Gebet und durch Taten!“ so Maasburg.
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Projektabteilung
Dr. Monika Frank-Keminger
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