Stopp der Sklaverei

In der Dominikanischen Republik kämpfte der amerikanische Missionar Christopher Hartley seit über zehn Jahren gegen die  Ausbeutung der Wanderarbeiter aus Haiti. Er brachte den Zuckerrohrschneidern die Frohe Botschaft und stärkte ihr Bewußtsein für ihre eigene Würde.

Missio hilft konkret
Lesen Sie hier den spannenden Artikel aus all welt, mit dem Missio F. Hartleys Arbeit durch eine Unterschriftenaktion unterstützte. 19.000 (!) Österreicherinnen und Österreicher folgten unserer Bitte. Father Leo Maasburg, Nationaldirektor von Missio, übergab diese Unterschriften dem Botschafter der Dominikanischen Republik - mit Erfolg!

 

Sklaven im Paradies

Von Wolfgang Englmaier

Zuhause kein Job, und in der Fremde zur Ware degradiert: Wanderarbeiter teilen in vielem das Schicksal der Sklaven früherer Zeiten. Wer ihre Ausbeutung anklagt, wird selbst verfolgt – wie der amerikanische Missionar Christopher Hartley, der in der Dominikanischen Republik ins Visier der Zuckerbarone geraten ist.

Sonntag, 5 Uhr früh: Verschlafen streift sich José Sanjuan sein Hemd über, schultert seine Machete und macht sich auf den Weg zur „grünen Mauer“ – so bezeichnet der 55-Jährige seinen Arbeitsplatz, ein Zuckerrohrfeld im Südosten der Dominikanischen Republik. José geht mir leerem Magen, denn ein Frühstück kann er sich nicht leisten: Untertags wird er Rohrzucker lutschen, der hat zwar keinen Nährwert und ruiniert die Zähne, stillt aber den schlimmsten Hunger, bis es endlich Abend wird.

Ein Hohn als Lohn
Eine Tonne, so lautet Josés Plansoll für den heutigen Tag. Schafft er es, bei bis zu 50 Grad Hitze mit nur ein paar Schluck Wasser zwischendurch, winken ihm 1,50 Euro als Lohn – allerdings nicht in bar, sondern in Form eines Gutscheins, den er nur im firmeneigenen Laden einlösen kann; dort sind die Preise doppelt so hoch wie in der nächsten Stadt.

Ein Säckchen mit Reis, Bohnen, Mais: Dafür macht José einen ganzen Tag lang den Rücken krumm, schluckt Unmengen von Staub, setzt sich der ständigen Gefahr aus, mit nur einem einzigen falschen Schlag seines Hackmessers schwere Verletzungen zu erleiden wie etliche seiner Arbeitskollegen, die mit abgetrennten Fingern, Händen und verstümmelten Beinen zu Krüppeln wurden.

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