Stefanie: Meine Zeit in Peru

Ich hatte mir öfters überlegt, nach der Matura ins Ausland zu gehen. Irgendwie war ich mir nie sicher, was ich „einmal werden“ möchte, was ich studieren soll. Deshalb erschien mir der Gedanke einer Auszeit zum Nachdenken und zum Kennenlernen anderer Kulturen als eine tolle Möglichkeit, um mir über meinen weiteren Lebensweg klar zu werden. Im Wahlpflichtfach habe ich etwas Spanisch gelernt und meine Lehrerin, eine gebürtige Kolumbianerin, hat sofort meine Leidenschaft für diesen Kontinent geweckt. Von da an war`s mir klar: ich geh nach Südamerika.

Seit meiner frühen Jugend war ich öfters bei der Gemeinschaft der Seligpreisungen in der Hinterbrühl bei Wien. Nach einer längeren „Besuchspause“ hab ich dort eine neue Schwester kennengelernt, der ich von meinem Vorhaben nach Südamerika zu gehen, erzählte. Sie berichtete mir gleich mit einem Grinser, dass sie selbst in Peru war und dort in die Gemeinschaft eingetreten ist. Nach kurzer Zeit war ich entschlossen, auch nach Peru zu gehen. Schließlich brach ich am 7. September 2006 nach Callao auf.

Eine wunderschöne Zeit

Tja, was soll ich sagen… Ich war einfach nur überwältigt und bin es immer noch, wenn ich an diese wunderschöne Zeit in diesem wunderschönen Land mit diesen wunderschönen Menschen und dieser wunderschönen Kultur denke. Was ich dort alles gemacht habe?

Zu allererst habe ich das Gemeinschaftsleben mitgelebt, mit allen Gebets- und Arbeitszeiten. Am Anfang war ich in der Waschküche und musste die weißen, sehr schmutzigen Habits der Geschwister schrubben, sodass ich immer offene Finger hatte. Aber es machte trotzdem Spaß! Später war ich Sekretärin der Leiterin des Hauses und half in den verschiedenen Bereichen mit (Kochen, Putzen etc.).

Sand, Sand und nochmals Sand

Dadurch, dass es in Callao fast nur Sand gibt, war immer alles schnell staubig und schmutzig. Wir hatten also eine Menge zu putzen, aber soll ich euch was verraten? Noch nie in meinem Leben hat mir das Putzen so viel Freude bereitet! Auch wenn der Boden, den ich gerade zum Funkeln gebracht habe, nach einer halben Stunde wieder so aussah, wie vor dem Putzen. Es war der Dienst am Nächsten und indirekt an Jesus. Deshalb konnte ich über diese Kleinigkeiten hinwegsehen und aus Liebe zu den anderen und zu Jesus arbeiten.

Was ich am Leben in der Gemeinschaft noch sehr genossen habe, war die tägliche Stunde Anbetung, das tägliche Bibellesen und natürlich die tägliche Hl. Messe. Durch die regelmäßige Zeit mit Jesus, die Hl. Messe und das Lesen in der Bibel, konnte ich ihn viel besser kennenlernen und auch meine Freundschaft mit ihm vertiefen.

"niños adoradores"

Die Gemeinschaft betreut in Callao eine Pfarre. Es gab verschiedene Jugendchöre, die die Sonntagsmessen musikalisch gestalteten. Ich durfte bei den „niños adoradores“ dabei sein. Eine Gruppe von Kindern, mit denen wir zur Anbetung gingen, um mit ihnen zu beten (vielen auch das Beten zu lehren), Lieder zu singen und ihnen auch zu erklären, was es bedeutet, wenn Jesus im Allerheiligsten gegenwärtig ist. Nach der Anbetung spielten wir mit ihnen.

Wer gibt, empfängt!

Jeden Sonntag besuchten wir die Armen und Kranken und brachten ihnen die Hl. Kommunion. Gleich einige Tage nach meiner Ankunft begleitete ich eine Schwester auf einen kleinen Berg, der nur aus Sand und Steinen bestand. Auf diesem Berg wohnten die Ärmsten der Armen. Dort besuchten wir Stefanie. Sie und ihre Familie freuten sich sehr über unseren Besuch. Natürlich kamen wir nicht mit leeren Händen, sondern mit einigen Kleidungsstücken für die drei Mädchen. Mit einem großen Lächeln auf dem Gesicht schenkte mir Stefanie ein Zuckerl. Das war ein sehr bewegender Moment für mich!

Ewige Anbetung

Im Februar 2007 feierte die Pfarre sieben Jahre „ewige Anbetung“. Das heißt, der Tabernakel der Kirche war rund um die Uhr geöffnet, somit gab es jederzeit die Möglichkeit zur Anbetung. Aus diesem Anlass machten wir eine 12-stündige Prozession mit dem Allerheiligsten durch das ganze Pfarrgebiet. Für mich war es unglaublich zu sehen, wie sehr sich die Menschen engagierten, viele kleine Altäre aufzubauen und den ganzen Tag zu gestalten! Es war ein sehr schönes Fest (das für mich leider mit einem sehr argen Sonnenbrand endete…).

Reich beschenkt

Die Peruaner/innen sind alle sehr offen und herzlich. Auch wenn sie dich nicht kennen, wirst du mit einem Busserl auf die Wange und einer festen Umarmung begrüßt. Jede Begegnung hatte bewegenden Momente für mich. Es war und ist für mich unglaublich, wie viel mal zurückbekommt, wenn man selbst auch nur ein bisschen gibt. Wenn es auch nur eine halbe Stunde Aufmerksamkeit ist, die man jemandem schenkt, so bekommt man ein Vielfaches zurück. Oft mehr, als man selbst geben kann!

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Fotos aus Peru

Stefanie hat wunderbare Fotos von ihrer Reise mitgebracht.
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